Nordlicht im Test: Nachhaltige Mode, Slow Fashion & Naturmaterialien

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7–11 Minuten

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Bio-Baumwolle, GOTS, Made in Europe und zeitloses Design – was steckt hinter der nachhaltigen Mode von Nordlicht? Ich habe drei Teile aus der Herbst/Winter-Kollektion 2026 im Alltag getestet.

Nachhaltige Mode beginnt nicht erst beim Etikett

Wir kaufen Kleidung oft nach einem einfachen Prinzip: Gefällt mir das Teil? Passt es? Fühlt es sich gut an?

Bei nachhaltiger Mode kommen ein paar weitere Fragen dazu: Woraus besteht ein Kleidungsstück? Wo wurde es hergestellt? Unter welchen Bedingungen? Wie lange werde ich es tragen? Und was passiert, wenn ich es irgendwann nicht mehr möchte?

Genau diese Fragen interessieren mich bei Kleidung zunehmend.

Denn ein Kleidungsstück aus einem vermeintlich nachhaltigen Material ist nicht automatisch die bessere Wahl. Ebenso wenig reicht ein grünes Label allein aus. Für mich gehört zu bewusster Mode auch, dass ich ein Kleidungsstück wirklich gerne trage, es zu meinem Alltag passt und möglichst lange in meinem Kleiderschrank bleibt.

Die Marke Nordlicht setzt genau hier an: Sie verbindet Naturmaterialien mit zeitlosem Design, europäischer Produktion und dem Gedanken, Kleidung möglichst lange zu tragen, zu pflegen, zu reparieren und weiterzugeben.

Für Herbst/Winter 2026 durfte ich drei Teile ausprobieren: die Cordjacke Silja in Grün, das Ripp-Top Nori in Natur und den Cordrock Lena in Grün.

Was bedeutet nachhaltige Mode eigentlich?

Nachhaltige Mode ist für mich dann interessant, wenn sie nicht bei einem einzelnen Aspekt stehen bleibt.

Nordlicht setzt nach eigenen Angaben auf ausgewählte Naturstoffe wie Bio-Baumwolle, Leinen, Wolle und TENCEL™. Viele Produkte sind GOTS-zertifiziert. Der Global Organic Textile Standard umfasst bei zertifizierten Produkten sowohl ökologische Anforderungen an die textile Verarbeitung als auch soziale Kriterien.

Dazu kommt die Produktionsseite: Nordlicht produziert in Europa, überwiegend in Portugal, und arbeitet nach eigenen Angaben langfristig mit ausgewählten Produktionspartnern zusammen.

Das ergibt einen Ansatz, der über die reine Materialfrage hinausgeht:

Naturmaterialien + nachvollziehbare Produktion + zeitloses Design + lange Nutzung.

Und gerade der letzte Punkt ist für Slow Fashion entscheidend.

Nordlicht: Naturmaterialien statt Fast Fashion

Für Herbst/Winter 2026 setzt Nordlicht auf warme Erdtöne, weichen Strick und samtigen Cord in modernen 70s-Silhouetten. Das Ergebnis ist ein Stil zwischen Retro und Gegenwart: geerdet, natürlich und angenehm zeitlos – nichts, was nach einer Saison wieder aus der Mode ist. Neben Oberteilen, Hosen und Röcken finden sich auch herbstliche Accessoires wie Schals, Mützen und Halstücher, mit denen sich die Looks unkompliziert ergänzen und wärmer schichten lassen.

Made in Europe: Wo wird Nordlicht Kleidung hergestellt?

Ein Begriff, der bei nachhaltiger Mode häufig auftaucht, ist Made in Europe.

Nordlicht gibt an, ausschließlich in Europa und überwiegend in Portugal zu produzieren. Zu den Produktionspartnern gehören unter anderem Betriebe in Portugal; außerdem arbeitet die Marke laut eigener FAQ mit Partnern in Deutschland, Italien und der Türkei zusammen.

Bei meinem Outfit wird es sogar konkret: Die Cordjacke Silja und das Ripp-Top Nori werden laut Produktinformationen in Barcelos, Portugal, gefertigt. Auch der Cordrock Lena wird in Portugal produziert. Die drei Kleidungsstücke bestehen jeweils aus Bio-Baumwolle und sind als GOTS-zertifiziert ausgewiesen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Kleidungsstück allein durch den Produktionsort automatisch nachhaltig ist. Aber transparente Angaben darüber, wo ein Kleidungsstück gefertigt wird, machen die Lieferkette nachvollziehbarer.

Mein Nordlicht Outfit im Test

Jetzt aber weg von den Unternehmensangaben und hin zu meiner eigenen Erfahrung.

Das Styling meines Outfits funktioniert dabei ganz unkompliziert. Die grüne Cordjacke und der passende Rock ergeben zusammen einen kompletten Look, während das naturfarbene Ripp-Top Ruhe hineinbringt.

Genau solche Kombinationen finde ich im Alltag spannend: Ein Outfit darf als Set funktionieren, aber die einzelnen Teile sollten nicht darauf angewiesen sein, immer zusammen getragen zu werden.

Das entspricht auch dem Slow-Fashion-Gedanken, den Nordlicht mit zeitlosen Kleidungsstücken und einer möglichst langen Nutzung verbindet.

Ich habe die drei Kleidungsstücke im Alltag getragen, beim Ernten der Äpfel in meinem Garten und beim Spaziergang im Wald – genau hier zeigt sich für mich, ob ein Konzept funktioniert.

Mein erster Eindruck: Die Stoffe fühlen sich angenehm an und das gesamte Outfit trägt sich sehr komfortabel.

Besonders positiv ist für mich das Gefühl, dass die Kleidung trotz der eher herbstlichen Materialien nicht schwer oder „zu viel“ wirkt. Das Outfit fühlt sich atmungsaktiv an und lässt sich angenehm tragen.

Die Cordjacke Silja in Grün

Die Silja ist für mich das auffälligste Stück des Outfits.

Die Jacke besteht aus 100 % Bio-Baumwolle, ist GOTS-zertifiziert und wird laut Nordlicht in Barcelos, Portugal, gefertigt. Sie ist locker geschnitten und als vielseitiger Layer gedacht.

Ich mag besonders die Farbe: Das Grün wirkt herbstlich, ohne schwer zu werden, und lässt sich überraschend unkompliziert kombinieren.

Auch beim Tragen gefällt mir die Jacke sehr gut. Sie gibt dem Outfit Struktur, ohne dass man sich darin eingeengt fühlt. Zusammen mit dem Nori darunter entsteht ein angenehmes Layering.

Der Cord bringt dabei genau die richtige Portion Herbstgefühl in den Look.

Das Ripp-Top Nori in Natur

Das Nori ist das stilvolle Herzstück des Outfits.

Ein naturfarbenes Basic klingt zunächst wenig spektakulär. Genau solche Kleidungsstücke sind aber häufig diejenigen, die man am Ende am liebsten und am meisten trägt – vor allem, wenn sie sich so weich anfühlen wie dieses!

Das Nori besteht aus Bio-Baumwolle, ist GOTS-zertifiziert und wird laut Nordlicht in Barcelos gefertigt. Der körpernahe Schnitt und der kurze Stehkragen machen es besonders geeignet zum Layern.

Mein Eindruck: ich sehe damit auf eine lässige Art elegant aus. Es trägt sich angenehm auf der Haut und ist bequem.

Gerade unter der Cordjacke funktioniert das Top für mich sehr gut. Es trägt nicht unnötig auf und schafft gleichzeitig eine schöne, ruhige Basis.

Und genau hier wird für mich aus einem einzelnen Kleidungsstück ein echtes Alltags-Basic.

Der Cordrock Lena in Grün

Der Lena greift die Farbe und das Material der Jacke auf und macht aus den drei Einzelteilen einen zusammenhängenden Look.

Der Rock besteht aus 100 % Bio-Baumwolle, ist GOTS-zertifiziert und wird in Portugal gefertigt. Nordlicht beschreibt den etwas festeren Cord als formgebend; der Rock ist kurz geschnitten und hat einen Reißverschluss auf der Rückseite.

Auch hier steht für mich der Tragekomfort im Vordergrund. Der Rock lässt sich angenehm tragen und funktioniert zusammen mit dem Nori und der Silja als fertiger Herbstlook.

Was mir außerdem gefällt: Die drei Teile müssen nicht zwingend zusammen getragen werden. Genau das macht für mich ein gutes Kleidungsstück aus.

Cord, Bio-Baumwolle und Naturfasern: Was steckt in meinem Outfit?

Bei meinem Outfit fällt zunächst auf, wie konsequent Nordlicht auf Bio-Baumwolle setzt.

Jacke und Rock bestehen aus 100 % Bio-Baumwolle; auch beim Nori bildet Bio-Baumwolle die Grundlage. Die Produkte sind als GOTS-zertifiziert ausgewiesen.

Das ist nicht nur eine Information auf dem Papier. Beim Tragen merke ich für mich tatsächlich einen Unterschied im Gefühl auf der Haut: Die Stoffe sind angenehm und das Outfit fühlt sich atmungsaktiv an.

Und vielleicht ist das einer der unterschätzten Aspekte nachhaltiger Kleidung: Wenn ein Kleidungsstück sich gut anfühlt und gerne getragen wird, steigen die Chancen, dass es nicht nach einer Saison wieder aus dem Kleiderschrank verschwindet.

Ist Kleidung aus Naturmaterialien automatisch plastikfrei?

Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Naturmaterialien und plastikfreie Kleidung sind nicht automatisch dasselbe.

Nordlicht setzt nach eigenen Angaben möglichst auf natürliche Fasern. Bei ausgewählten körpernahen Jersey-Modellen kommen jedoch geringe Mengen Elasthan zum Einsatz, wenn dies aus Sicht der Marke die Haltbarkeit und Formstabilität verbessert.

Das finde ich als Ansatz interessant, denn es macht die Diskussion differenzierter.

Die Frage ist nicht nur:

„Ist dieses Kleidungsstück komplett frei von synthetischen Fasern?“

Sondern auch:

„Welche Materialien werden eingesetzt, warum werden sie eingesetzt und wie lange kann das Kleidungsstück dadurch genutzt werden?“

Gerade bei Slow Fashion spielt Langlebigkeit eine wichtige Rolle.

ROICA™: Was passiert, wenn Naturfasern nicht ausreichen?

Für Herbst/Winter 2026 geht Nordlicht bei diesem Thema einen weiteren Schritt.

Bei ersten Produkten stellt die Marke auf ROICA™ V550 um. Die Faser stammt vom japanischen Hersteller Asahi Kasei und wird für den europäischen Markt auch in Deutschland produziert. Laut Nordlicht wurde ROICA™ V550 so entwickelt, dass sich die Faser unter bestimmten Bedingungen über die Zeit abbauen kann. Das Material trägt außerdem die Auszeichnung Cradle to Cradle Certified® Material Health Gold.

ROICA ist dabei nicht Bestandteil meines getesteten Outfits. Ich finde die Entwicklung trotzdem spannend, weil sie zeigt, dass die Suche nach nachhaltigeren Materialien nicht einfach bei „Naturfaser oder Kunststoff“ aufhört.

Wenn ein kleiner Stretchanteil für Funktionalität und Formstabilität gebraucht wird, stellt sich vielmehr die Frage, welche Alternative zu herkömmlichem Elasthan eingesetzt werden kann.

Für mich ist das ein interessanter Blick auf die Zukunft nachhaltiger Kleidung.

Slow Fashion bedeutet auch: richtig pflegen, reparieren und weitergeben

Ein Punkt aus der Nordlicht-Philosophie gefällt mir besonders: Nachhaltigkeit endet nicht an der Kasse.

Zur Marke gehört auch die Idee, Kleidungsstücke möglichst lange zu tragen, sie richtig zu pflegen, bei Bedarf zu reparieren und weiterzugeben. Nordlicht beschreibt selbst den Gedanken „Qualität statt Masse“, „Reparieren statt Ersetzen“ und die Weitergabe nicht mehr getragener Kleidung als Teil dieses Ansatzes.

Auch die Pflegehinweise sind entsprechend unkompliziert: Die Kleidungsstücke sollen möglichst bei niedrigen Temperaturen gewaschen und an der Luft getrocknet werden.

Das klingt zunächst banal – ist aber eigentlich ziemlich wichtig.

Denn die nachhaltigste Kleidung im eigenen Schrank ist am Ende vermutlich häufig diejenige, die man bereits besitzt und lange nutzt.

Mein Fazit nach dem Test

Mein persönlicher Eindruck von meinem Nordlicht-Outfit fällt positiv aus.

Ich mag die Kombination aus Naturmaterialien, herbstlichen Farben und unkompliziertem Design. Vor allem aber habe ich die drei Teile als angenehm und komfortabel empfunden. Die Stoffe fühlen sich gut an und das gesamte Outfit wirkt für mich atmungsaktiv und angenehm zu tragen.

Die Kombination aus Grün und Naturweiß gefällt mir besonders gut. Jacke und Rock ergeben zusammen einen vollständigen Look, während das Nori auch unabhängig davon als Basic funktioniert.

Und genau das ist für mich ein wichtiger Punkt bei Slow Fashion:

Ein Kleidungsstück muss nicht nur nachhaltig produziert sein – ich muss es auch wirklich dauerhaft tragen wollen.

Bei diesem Outfit ist das für mich definitiv gegeben.

Nordlicht verbindet bei der Herbst/Winter-Kollektion 2026 Naturmaterialien, GOTS-zertifizierte Produkte, europäische Produktion und einen zeitlosen Ansatz. Die Marke versucht außerdem, den Gedanken der Langlebigkeit über Material und Herstellung hinaus weiterzuführen – mit Pflege, Reparatur und Weitergabe.

Ob ein Kleidungsstück tatsächlich zum langfristigen Lieblingsstück wird, entscheidet sich natürlich erst über viele Monate und Jahre. Aber mein erster Eindruck nach dem Test ist klar:

Nachhaltige Mode darf sich nicht nach Verzicht anfühlen. Sie darf einfach gute Kleidung sein, die man gerne trägt.

Und genau dieses Gefühl hatte ich bei meinem Nordlicht-Outfit.

Sandra Strixner Gründerin des Brain Food Magazin und ganzheitliche Gesundheitsberaterin.

Über die Autorin

Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.