Gartenarbeit im September: Was jetzt im Garten zu tun ist

Blühender Sonnenhut (Echinacea) mit pinken Blüten im Spätsommergarten

Lesedauer 8 Minuten

Der September ist der zweite Frühling. Während sich der Sommer langsam verabschiedet, beginnt im Garten noch einmal eine erstaunlich aktive Zeit. Der Boden ist vom Sommer noch warm, die Temperaturen werden angenehmer und vielerorts fällt wieder mehr Regen.

Jetzt ist die richtige Zeit zum Säen, Pflanzen, Teilen, Ernten und Vorbereiten.

Wer im nächsten Frühjahr einen blühenden Garten und im kommenden Jahr eine reiche Ernte möchte, sollte deshalb nicht zu früh die Gartensaison für beendet erklären.

Welche Arbeiten jetzt in Deutschland, Österreich und der Schweiz anstehen, hängt natürlich von Höhenlage, Region und Wetter ab. Die folgende Liste ist deshalb als Orientierung für den September gedacht.

1. Herbstgemüse aussäen

Frisch gewachsener Feldsalat mit Wassertropfen im Beet
Foto: andreasaux / Pixabay

Der September ist noch längst nicht zu spät für die Aussaat.

Einige Gemüsearten mögen die kühleren Temperaturen sogar besonders gerne.

Jetzt aussäen kannst du unter anderem:

Feldsalat Ein Klassiker für Herbst und Winter. Je nach Sorte und Witterung kann er noch in den kommenden Monaten geerntet werden.

Spinat Für eine Herbst- oder frühe Frühjahrsernte eignen sich entsprechend ausgewählte Sorten.

Radieschen Schnell wachsende Sorten können im frühen Herbst noch ausgesät werden.

Asia-Salate Mizuna, Tatsoi und andere Asia-Salate wachsen schnell und bringen auch in der kühleren Jahreszeit frisches Grün ins Beet.

Winterpostelein Das robuste Blattgemüse ist besonders für die kalte Jahreszeit interessant.

Tipp: Lücken im Beet nutzen

Wer wenig Platz hat, kann freie Stellen zwischen bereits abgeernteten Kulturen nutzen. So bleibt der Boden nicht unnötig lange ungenutzt.

2. Knoblauch pflanzen

Wer im kommenden Jahr eigenen Knoblauch ernten möchte, kann jetzt mit dem Pflanzen beginnen.

Dafür werden einzelne Knoblauchzehen mit der Spitze nach oben in lockere, gut drainierte Erde gesetzt.

Über den Herbst entwickeln sie zunächst Wurzeln. Im Winter ruht die Pflanze weitgehend, bevor sie im Frühjahr wieder kräftig austreibt.

Knoblauch braucht wenig Platz und eignet sich deshalb auch für kleine Gärten oder Hochbeete.

Staunässe sollte allerdings vermieden werden.

3. Wintersteckzwiebeln setzen

Auch Wintersteckzwiebeln können im Herbst ins Beet. Sie überwintern im Boden und beginnen im Frühjahr früh mit dem Wachstum.

Das macht sie besonders interessant für alle, die möglichst früh im Jahr eigenes Gemüse ernten möchten.

Welche Sorten sich für die Herbstpflanzung eignen, sollte man beim Kauf beachten.

4. Erdbeeren pflanzen

Der September ist eine gute Zeit, um neue Erdbeerpflanzen zu setzen.

Die Pflanzen können sich vor dem Winter noch einwurzeln und starten im Frühjahr entsprechend gut vorbereitet in die neue Saison.

Beim Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass das Herz der Pflanze – also der mittlere Vegetationspunkt – nicht mit Erde bedeckt wird.

Wer jetzt neue Erdbeeren pflanzt, legt damit bereits den Grundstein für die Ernte des nächsten Jahres.

5. Stauden teilen und vermehren

Viele Stauden können im September geteilt werden.

Das lohnt sich besonders, wenn eine Pflanze sehr groß geworden ist, stark wuchert oder in der Mitte weniger kräftig wächst.

Dafür wird die Staude vorsichtig ausgegraben, geteilt und anschließend an mehreren Stellen wieder eingepflanzt.

So kannst du:

  • bestehende Pflanzen verjüngen
  • neue Beetbereiche bepflanzen
  • Pflanzen verschenken
  • Geld für neue Stauden sparen

Beispiele für Stauden die du vermehren kannst: Sonnenhut (Echinacea), Funkie (Hosta), Pfingstrose, Frauenmantel, Katzenminze (Nepeta) uvm.

Der September ist damit auch ein guter Monat, um den Garten zu vermehren – ohne neue Pflanzen kaufen zu müssen.

6. Frühjahrsblüher pflanzen

Verschiedene Blumenzwiebeln von Tulpen und Narzissen zum Pflanzen
Foto: carola68 / Pixabay

Wenn du im nächsten Frühjahr Krokusse, Narzissen, Tulpen oder andere Frühblüher im Garten möchtest, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Blumenzwiebeln zu besorgen.

Je nach Witterung werden viele Zwiebeln im Herbst gepflanzt.

Besonders schön wirken sie, wenn sie nicht nur in einzelnen Beeten stehen.

Du kannst sie beispielsweise:

  • unter Bäumen pflanzen
  • zwischen Stauden setzen
  • in Gruppen ins Beet setzen
  • in Rasenflächen integrieren

Wer im Herbst pflanzt, bekommt im Frühjahr die erste große Blütenüberraschung.

7. Bäume und Sträucher pflanzen

Der Herbst ist eine gute Pflanzzeit für viele Gehölze.

Der Boden ist noch warm, während die Pflanzen durch die kühleren Temperaturen weniger Wasser über ihre Blätter verlieren. Dadurch können sie ihre Energie stärker in die Wurzelbildung investieren.

Im September können beispielsweise neue:

  • Obstbäume
  • Beerensträucher
  • Ziersträucher
  • Heckenpflanzen

gesetzt werden.

Bei wurzelnackten Pflanzen beginnt die eigentliche Pflanzsaison allerdings meist später im Herbst. Containerpflanzen bieten hier mehr Flexibilität.

Nach dem Pflanzen gründlich wässern – auch dann, wenn es draußen bereits kühler ist.

8. Obst ernten

Geflochtener Korb gefüllt mit frisch geernteten roten Äpfeln im Herbstlaub
Foto: Julia Kicova / Unsplash

Im September ist im Obstgarten Hochsaison.

Je nach Region und Sorte können jetzt unter anderem geerntet werden:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Zwetschgen
  • Pflaumen
  • Trauben
  • späte Beeren

Bei Äpfeln und Birnen ist der richtige Erntezeitpunkt nicht immer leicht zu erkennen.

Ein einfacher Test: Die Frucht vorsichtig anheben und leicht drehen. Löst sie sich ohne großen Widerstand vom Ast, kann sie erntereif sein.

Nicht jedes Obst sollte allerdings direkt nach der Ernte gegessen werden. Manche Sorten entwickeln ihr optimales Aroma erst während der Lagerung.

9. Gemüsebeete abernten

Jetzt werden viele Sommergemüse langsam vollständig abgeerntet.

Tomaten, Paprika, Zucchini, Bohnen und Kürbisse stehen im September häufig noch auf dem Programm.

Was sonst noch jetzt reif und regional erhältlich ist, zeigt dir unser Saisonkalender für September.

Besonders wichtig: Kürbisse

Kürbisse sollten möglichst ausgereift geerntet werden.

Ein Hinweis auf die Reife ist beispielsweise ein verholzter Stiel. Bei vielen Sorten verändert sich außerdem die Farbe der Schale.

Vor dem ersten stärkeren Frost sollten empfindliche Kürbisse ins Trockene gebracht werden.

10. Kräuter zurückschneiden und konservieren

Hände schneiden mit einer Schere frische Kräuter in einen Topf
Foto: Markus Spiske / Unsplash

Viele Kräuter können im September noch einmal geerntet werden.

Besonders praktisch ist jetzt die Gelegenheit, einen Vorrat für Herbst und Winter anzulegen.

Kräuter lassen sich je nach Sorte beispielsweise:

  • trocknen
  • einfrieren
  • in Kräuterbutter verarbeiten
  • zu Pesto verarbeiten
  • in Öl einlegen

Bei empfindlichen mehrjährigen Kräutern lohnt sich außerdem ein Blick auf die jeweilige Winterhärte.

11. Saatgut sammeln

Getrocknete Sonnenblumenkerne als gesammeltes Saatgut neben verblühten Sonnenblumen
Foto: Devi Puspita Amartha Yahya / Unsplash

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, eigenes Saatgut für das nächste Jahr zu sammeln.

Samenstände von geeigneten Pflanzen können vollständig ausreifen und anschließend an einem trockenen Tag gesammelt werden.

Besonders interessant ist das beispielsweise bei:

  • Ringelblumen
  • Sonnenblumen
  • Kapuzinerkresse
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Tomaten
  • verschiedenen Kräutern
  • vielen Blumen

Das Saatgut anschließend gut trocknen lassen und trocken, dunkel und beschriftet lagern.

So beginnt die nächste Gartensaison bereits im September.

12. Tomatenpflanzen ausdünnen

Wenn die Tomatenpflanzen noch viele Früchte tragen, lohnt es sich im September, neue Blüten und sehr kleine Fruchtansätze zu entfernen.

Sie werden in unseren Breiten häufig nicht mehr rechtzeitig ausreifen.

Die vorhandenen Früchte bekommen dadurch bessere Chancen, noch vor dem Ende der Saison reif zu werden.

Bei angekündigten kalten Nächten sollten Tomatenpflanzen entsprechend geschützt oder noch vorhandene Früchte geerntet und nachgereift werden.

13. Beete vorbereiten

Abgeerntete Beete müssen nicht einfach leer bleiben.

Gesundes Pflanzenmaterial kann – je nach Art und Zustand – kompostiert oder als organisches Material verwendet werden.

Freie Flächen können außerdem mit einer geeigneten Gründüngung eingesät werden.

Gründüngung hat mehrere Vorteile: Sie bedeckt den Boden, kann ihn vor Erosion schützen und bestimmte Pflanzen tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei.

Welche Gründüngung geeignet ist, hängt unter anderem von der späteren Nutzung des Beetes ab.

14. Kompost umsetzen

Der September eignet sich gut, um den Kompost zu kontrollieren und gegebenenfalls umzusetzen.

Gut durchmischtes organisches Material wird dadurch besser belüftet.

Jetzt fällt außerdem besonders viel Material an:

  • Laub
  • abgeschnittene Pflanzenreste
  • Gemüseabfälle
  • Rasenschnitt
  • verblühte Pflanzen

Nicht alles gehört allerdings auf den Kompost. Kranke Pflanzen sollten beispielsweise nicht einfach mitkompostiert werden.

15. Laub nicht überall entfernen

Roter Rechen liegt auf einem Haufen buntem Herbstlaub
Foto: Wendell Shinn / Unsplash

Mit dem Herbst kommt das Laub.

Und damit die Frage: Wohin damit?

Die Antwort muss nicht immer „Biotonne“ lauten.

Auf geeigneten Beeten kann Laub als natürliche Bodenbedeckung dienen. Auch unter Sträuchern und Bäumen darf es häufig liegen bleiben.

Eine dicke Laubschicht auf dem Rasen sollte dagegen entfernt werden, da sie Licht und Luftzufuhr behindern kann.

Besser also: nicht alles Laub beseitigen, sondern gezielt verteilen.

16. Ein Zuhause für Tiere schaffen

Der Herbst ist außerdem die Zeit, den Garten auf den Winter vorzubereiten.

Dabei lohnt es sich, nicht zu ordentlich zu werden.

Verblühte Stauden, Laubhaufen, Totholz und andere natürliche Strukturen können verschiedenen Tieren als Nahrung oder Rückzugsort dienen.

Deshalb müssen nicht alle Stauden sofort zurückgeschnitten werden.

Ein Teil darf einfach stehen bleiben.

Besonders Samenstände können im Winter außerdem als Nahrungsquelle für Vögel dienen.

17. Hochbeet für den Herbst vorbereiten

Auch ein Hochbeet muss im September nicht leer bleiben.

Freie Bereiche können beispielsweise noch mit Feldsalat, Spinat oder Asia-Salaten bepflanzt werden.

Bereits abgeerntete Flächen können mit organischem Material versorgt oder mit einer geeigneten Gründüngung bedeckt werden.

Wer ein Hochbeet neu anlegen möchte, kann den Herbst ebenfalls nutzen, um die Befüllung vorzubereiten.

18. Rasen auf den Herbst vorbereiten

Auch der Rasen bekommt im September noch einmal Aufmerksamkeit.

Jetzt können kahle Stellen nachgesät werden.

Die Temperaturen sind häufig noch ausreichend mild, während die Feuchtigkeit zunimmt – gute Bedingungen für die Keimung.

Außerdem kann der Rasen bei Bedarf vertikutiert oder belüftet werden.

Wichtig ist dabei, die konkrete Maßnahme vom Zustand des Rasens abhängig zu machen. Ein gesunder Rasen muss nicht automatisch vertikutiert werden.

19. Kübelpflanzen kontrollieren

Bevor die Nächte deutlich kälter werden, lohnt sich ein Rundgang durch den Garten.

Welche Pflanzen müssen ins Haus oder in ein frostfreies Winterquartier?

Dazu gehören je nach Art beispielsweise:

  • Zitruspflanzen
  • Oleander
  • manche mediterranen Kräuter
  • empfindliche Kübelpflanzen
  • bestimmte exotische Pflanzen

Dabei sollte man nicht erst auf den ersten Frost warten.

Schädlinge können außerdem mit ins Winterquartier einziehen. Deshalb die Pflanzen vor dem Einräumen gründlich kontrollieren.

20. Jetzt an das nächste Frühjahr denken

Das ist vielleicht die wichtigste Aufgabe des „zweiten Frühlings“:

Jetzt schon für später planen.

Welche Beete haben gut funktioniert?

Welche Pflanzen möchtest du vermehren?

Wo sollen im Frühjahr neue Blumen wachsen?

Welche Gemüsesorten möchtest du ausprobieren?

Welche Pflanzen waren anfällig für Krankheiten?

Und welche haben sich besonders gut entwickelt?

Ein kleines Gartentagebuch kann dabei helfen.

Denn im September ist die vergangene Gartensaison noch frisch im Gedächtnis – und gleichzeitig beginnt bereits die Planung der nächsten.

Die September-To-do-Liste für deinen Garten

Aussäen

  • Feldsalat
  • Spinat
  • Radieschen
  • Asia-Salate
  • Winterpostelein
  • geeignete Gründüngung

Pflanzen

  • Knoblauch
  • Wintersteckzwiebeln
  • Erdbeeren
  • Stauden
  • Gehölze
  • Frühjahrsblumenzwiebeln

Ernten

  • Äpfel
  • Birnen
  • Zwetschgen
  • Trauben
  • Kürbis
  • Tomaten
  • Paprika
  • Bohnen
  • Zucchini
  • Kräuter

Pflegen

  • Stauden teilen
  • Tomaten ausdünnen
  • Beete vorbereiten
  • Kompost umsetzen
  • Rasen nachsäen
  • Kübelpflanzen kontrollieren

Natur

  • Laub teilweise liegen lassen
  • verblühte Stauden stehen lassen
  • Samenstände erhalten
  • Rückzugsorte für Tiere schaffen

Für das nächste Jahr

  • Saatgut sammeln
  • Blumenzwiebeln setzen
  • neue Pflanzen planen
  • Gartentagebuch führen

Der September ist kein Ende

Reife Birne mit Wassertropfen hängt am Baum zwischen grünen Blättern
Foto: Bram Naus / Unsplash

Wenn der Sommer vorbei ist, sieht es zunächst so aus, als würde der Garten langsam zur Ruhe kommen.

Tatsächlich passiert jetzt noch erstaunlich viel.

Gesät wird für den Herbst und Winter. Gepflanzt wird für das nächste Jahr. Geerntet wird für die Vorratskammer. Und vorbereitet wird bereits für den kommenden Frühling.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Herbst zu Recht als zweiter Frühling bezeichnet wird.

Denn auch wenn die Gartensaison sich verändert, gibt es noch jede Menge zu tun.

Was kann ich heute säen, damit ich später etwas ernten kann?

Im Garten ist diese Frage ganz praktisch gemeint.

Im Leben darf sie ruhig etwas größer sein.

Noch mehr Inspiration rund um die Jahreszeit findest du in unseren Herbstthemen.

Sandra Strixner Gründerin des Brain Food Magazin und ganzheitliche Gesundheitsberaterin.

Über die Autorin

Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.