Inspiration

Wie ich lernte mich selbst zu lieben

Es ist gar nicht unsere Schuld. Unsere Wahrnehmung und die Welt werden um uns herum aufgebaut, sobald wir in der Lage sind, Regeln und Umstände zu begreifen. Dabei geht es um Ethik, gesellschaftliche Konvention und um den Selbstwert. Manche Dinge macht man einfach nicht, dazu zählen in einer Aufzählung mit dem „ich“ zu beginnen, sich selbst zu loben oder über sich selber zu sagen, dass man schön sei. Das führt dazu, dass ich als Fotograf oft höre, dass man ja keine Bilder von sich aufhängen darf, das sei doch „selbstverliebt“

Es stimmt schon: man hört als Kind oft diese Sätze „Lass erst die anderen.“ und „Nimm dich nicht so wichtig!“. Wahr ist, dass man niemanden für geringer erachten sollte als sich selbst – die Realität zeigt mir aber oft, dass wir uns selbst weniger wert sind als andere. In hunderten Büchern können wir es lesen, dass wir uns selbst lieben sollen – doch keiner sagt einem, wie das gehen soll. Dabei könnte es so einfach sein – ich bin für mich diesen Weg gegangen und aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es damit anfing, mich selbst wahrzunehmen.

Bescheidenheit hat noch nie genutzt

Ich begann herauszufinden, warum ich manche Dinge überhaupt tat – aus Gewohnheit oder weil ich tatsächlich einen Bedarf hatte. Ich überlegte, ob ich nicht oft aus Höflichkeit Dinge tat oder Zeit mit Menschen verbrachte und nahm mir vor, das bewusst zu ändern. Bescheidenheit hatte mir in meinem Leben noch nie etwas genutzt. Was daraus entstand, war eine wichtige Ehrlichkeit und es war der Beginn davon, dass ich herausfand, was ich eigentlich wirklich wollte, was mir wichtig war und nicht, was man von mir erwartete. Diese Veränderung machte sich deutlich bemerkbar, mein Umfeld bemerkte, dass ein Ruck durch meine Werte gegangen war. Ich war nicht länger der, der alles für die anderen tat, sondern durchaus mal „Nein!“ sagen konnte – es war eine Befreiung. Zeitgleich begann mein Körper sich auf meinem Wohlfühlgewicht einzupendeln – ich aß schließlich jetzt aus Hunger und nicht nach der Uhrzeit und der Gewohnheit. Ich hatte Lust auf Sport und weniger auf Süßigkeiten und meine Bauchgefühl fing an, sich in meine Entscheidungen einzumischen. Nur ein kleines Umdenken hatte dazu beigetragen, dass ich jetzt für mich einstand und all jenen Menschen Paroli bieten konnte, die respektloses Verhalten brauchten, um sich selbst in ihrer Haut wohler zu fühlen.

Es kommt darauf an, wie man Erfolg definiert

Mir wurde klar, wer ich war und was ich konnte. Auch wenn andere mehr Geld verdienten oder berühmter waren. Ich hörte auf, meinen Wert von diesen Dingen abhängig zu machen und wollte mich selbst so bedingungslos lieben wie es meine Eltern getan hatten, als ich noch ein kleiner Junge gewesen war – ich begriff, dass ich immer wertvoll war – egal wie die Umstände waren und ob ich nun „Erfolg“ hatte oder nicht. Es stellt sich ja auch immer die Frage, wie man Erfolg definiert, nicht wahr?Dieser Weg hat mich nicht nur selbstbewusster gemacht, ich habe irgendwann angefangen, mich auf Bildern schön zu finden und mein Spiegelbild war nicht länger unangenehm für mich. Ich bin mutiger geworden und stehe für mich ein, ich habe mich in mein Leben verliebt und entdecke jeden Tag neue Dinge, die dadurch erst für mich möglich geworden sind. Mein Weg ist mein Antrieb, den Menschen diese Impulse zu geben, die vor meiner Kamera stehen. Ich will nicht nur, dass sie die besten Bilder ihres Lebens bekommen – ich will, dass sie sich selbst so wahrnehmen wie ich, als ich begann, mein Leben zu verändern.

Was ist falsch daran etwas selbstverliebt zu sein?

Ich bin wirklich stolz auf diese Menschen – viele von ihnen haben ein Foto von sich als Handy-Hintergrundbild und fast alle hängen ihre Bilder in ihrem Zuhause auf. Ich habe Menschen fotografiert, die alles veränderten um endlich bei sich anzukommen und glücklich zu sein. Und wann immer jetzt jemand zu mir sagt, dass das selbstverliebt sei, antworte ich: „Natürlich ist es das, aber was ist so falsch daran, in den für dich wichtigsten Menschen verliebt zu sein?“ Ich stoße nicht immer auf Verständnis; wenn man mit sich selbst im Reinen ist, ist man den Menschen oftmals suspekt, manchmal lebt man etwas, was andere sich bei sich selbst wünschen – vielleicht aber noch nicht den Zugang dazu gefunden haben. Wenn du dich selbst lieben möchtest, fang heute damit an – vielleicht kann dich meine Geschichte inspirieren neu zu denken und einfach mal der Person zuzulächeln die dir jeden Tag im Spiegel ein bisschen schüchtern entgegenblickt.

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Er schafft Erinnerungen die bleiben und Bilder die dein Leben verändern werden.

Fotocredits: Florian Beier

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