Mein Leben mit PCOS: Diagnose, Symptome und mein Weg zur hormonellen Balance

Sandra Strixner Gründerin des Brain Food Magazin und ganzheitliche Gesundheitsberaterin.

Lesedauer 5 Minuten

Dies ist meine persönliche Geschichte mit dem Polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS) – eine Reise, die mein Verständnis von meinem Körper, meiner Gesundheit und meinem weiblichen Zyklus komplett verändert hat.

Es fällt mir nicht leicht, so intime Erfahrungen öffentlich zu teilen. Und doch habe ich das Gefühl, dass genau diese Geschichten anderen Frauen helfen können, sich weniger allein zu fühlen und ihren eigenen Körper besser zu verstehen.

PCOS Diagnose und die erste große Verunsicherung

Alles begann damit, dass ich die Pille nach knapp 13 Jahren Einnahme absetzte. Meine Beziehung war zu Ende gegangen und ich hatte das Bedürfnis, meinem Körper endlich eine Pause von synthetischen Hormonen zu geben.

Rückblickend löst diese Zeit in mir heute auch Wut aus – vor allem darüber, wie selbstverständlich hormonelle Verhütung über Jahre hinweg Teil meines Lebens war, ohne dass ich mich wirklich intensiv mit Alternativen oder möglichen Auswirkungen auseinandergesetzt habe.

In den ersten Monaten nach dem Absetzen blieb meine Periode einfach aus. Meine Frauenärztin sprach zunächst vom sogenannten Post-Pill-Syndrom. Der Körper müsse sich erst umstellen, das sei völlig normal.

Heute frage ich mich oft, warum ich mir damals nicht früher bewusst Gedanken über hormonfreie Verhütung gemacht habe und warum ich diese langfristige hormonelle Einnahme so lange als „normal“ akzeptiert habe.

PCOS Diagnose

Als weitere Monate verstrichen, ohne dass sich eine Monatsblutung ankündigte, wurde schließlich ein Ultraschall gemacht.

Die Ärztin betrachtete lange das Bild, sagte zunächst nichts, seufzte leise vor sich hin – und ich merkte sofort, dass etwas nicht so war, wie erwartet.

Dann fiel das Wort: PCOS – Polyzystisches Ovar-Syndrom.

In diesem Moment hörte ich innerlich nur „Zysten“. Mein Kopf sprang sofort zu den schlimmsten Bildern. Erst im weiteren Gespräch wurde mir erklärt, dass es sich nicht um gefährliche Zysten handelt, sondern um viele kleine, unreif herangereifte Follikel in den Eierstöcken – ein typisches Bild bei PCOS.

Das schwarz-weiße Ultraschallbild erinnerte mich dabei an eine Art Bienenwabenstruktur – etwas, das ich in diesem Moment nicht einordnen konnte, aber lange im Kopf behalten habe.

Im Verlauf der Untersuchungen wurde mir außerdem gesagt, dass ohne hormonelle Unterstützung durch die Pille möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit bestehen könnte. Diese Aussage hat mich stark verunsichert – und ehrlich gesagt auch in Panik versetzt.

Denn in meinem damaligen Verständnis klang es so, als wäre mein natürlicher Zyklus ohne die Pille möglicherweise nicht mehr zuverlässig „funktionstüchtig“. Heute weiß ich, dass diese Aussage so pauschal nicht zutrifft und medizinisch deutlich differenzierter betrachtet werden muss.

Die Pille greift in den natürlichen Hormonzyklus ein, indem sie den Eisprung unterdrückt und damit einen künstlich gesteuerten Zyklus erzeugt. Für mich bedeutet das: Der Körper wird hormonell in einem Zustand gehalten, der dem einer Schwangerschaft ähnelt – nur ohne die tatsächliche Schwangerschaft.

Die Blutung in der Einnahmepause ist dabei keine klassische Menstruation, sondern eine sogenannte Entzugs- oder Abbruchblutung. Sie entsteht dadurch, dass die Hormonzufuhr kurzzeitig unterbrochen wird.

Nach dem Absetzen der Pille kann der Körper durchaus eine gewisse Zeit benötigen, um seinen eigenen Rhythmus wieder zu finden.

Als ich die Pille absetzte hatte ich mit PCOS zu kämpfen.
Synthetische Hormone, sind sie wirklich gut verträglich für den Körper?

Was PCOS wirklich bedeutet (und was nicht)

Zu Hause begann ich zu recherchieren. Und je mehr ich las, desto klarer wurde mir: PCOS ist keine einfache „Eierstock-Erkrankung“, sondern eine hormonelle Stoffwechselbesonderheit, die viele Ebenen betrifft.

Heute weiß ich:
PCOS ist komplex.

Es kann unter anderem zusammenhängen mit:

  • hormonellen Ungleichgewichten (z. B. erhöhte Androgene)
  • einer veränderten Insulinregulation
  • Stressbelastung
  • genetischer Veranlagung

Wichtig ist: PCOS sieht bei jeder Frau anders aus.
Manche kämpfen mit Gewichtszunahme, andere gar nicht. Manche haben starke äußere Symptome, andere kaum sichtbare.

Auch ich passte lange nicht in das „klassische Bild“.

Leben mit PCOS
So sah ich damals aus, als ich mit PCOS diagnostiziert wurde. Ich hatte nicht die typischen Symptome wie Übergewicht oder vermehrten Haarwuchs.

Die Frage nach der Ursache von PCOS

Ich wurde oft gefragt, warum es ausgerechnet bei mir entstanden ist.

Ich hatte ein für meine Größe ein normales Gewicht, keinen extrem ungesunden Lebensstil und trotzdem diese Diagnose.

Die Wahrheit ist:
PCOS entsteht selten durch eine einzige Ursache. Es ist meist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren – und nicht etwas, das „jemand selbst verursacht“.

Was ich jedoch verstanden habe: Der weibliche Hormonhaushalt reagiert sensibel auf Veränderungen, Stress und Stoffwechselprozesse.

Was ich heute über PCOS denke

Heute sehe ich PCOS nicht mehr als etwas, das „gegen mich arbeitet“, sondern als ein Signal meines Körpers.

Ein Hinweis darauf, dass bestimmte Systeme aus dem Gleichgewicht geraten sind – und dass ich lernen darf, besser auf mich zu hören.

Mein Zyklus ist heute kein Rätsel mehr, sondern ein wichtiger Teil meiner Gesundheit, den ich bewusster wahrnehme als früher.

Mein Weg zurück zur Gesundheit: Was tun bei PCOS?

Wenn ich eines gelernt habe, dann das:

Heilung ist selten linear.
Und sie sieht bei jeder Frau anders aus.

Was mir geholfen hat, war nicht der eine Ansatz, sondern das Verständnis für meinen Körper und die Bereitschaft, Verantwortung für mein Wohlbefinden zu übernehmen – ohne Druck, ohne Perfektion.

Hier ist die Liste der Dinge die ich unternahm um mich selbst zu heilen:

  • Ich machte eine begleitende „Entgiftungs“-Phase bei einem Heilpraktiker, die für mich Teil eines ganzheitlichen Ansatzes war, meinen Körper besser zu verstehen und zu unterstützen.
  • Ich lebte seit November 2015 vegan. Für mich bedeutete das eine bewusste Entscheidung für eine pflanzenbasierte Ernährung und einen achtsameren Umgang mit meinem Körper. Gleichzeitig wurde mir dadurch noch klarer, wie wichtig eine gezielte Nährstoffversorgung ist.
  • Zum Frühstück gab es bei mir häufig ein Maca-Wurzel-Getränk, hergestellt aus Bio Maca-Pulver. Maca und andere Frauenheilkräuter sind in diesem Supplement* enthalten.
  • Ich erhöhte außerdem meine Vitamin-D3-Zufuhr durch Nahrungsergänzung. Dabei war mir wichtig, auf eine vegane Vitamin-D3-Quelle* zu achten (z. B. aus Flechten statt tierischer Herkunft).
  • Zeitweise nahm ich auch Yamswurzel-Extrakt aus der Apotheke ein. Dieser enthält unter anderem Diosgenin, einen pflanzlichen Inhaltsstoff, der in der Naturheilkunde häufig im Zusammenhang mit dem weiblichen Hormonstoffwechsel betrachtet wird.
  • Leinöl war für mich ein fester Bestandteil meiner Ernährung als Quelle für Omega-3-Fettsäuren, die allgemein eine wichtige Rolle in einer ausgewogenen und entzündungsbewussten Ernährung spielen. (Hier gibt es auch gute vegane Kapseln*)
  • Auch bestimmte Lebensmittel wie Süßkartoffeln, Gurken, Karotten und dunkle Schokolade habe ich bewusst in meinen Speiseplan integriert. Dabei ging es mir vor allem um eine nährstoffreiche, stabile und blutzuckerfreundliche Ernährung im Alltag.
  • Zusätzlich habe ich verschiedene Nahrungsergänzungsmittel genutzt, darunter Vitamin-E-Präparate sowie pflanzliche Begleiter wie Beifuß, Schafgarbe, Frauenmantel und Mönchspfeffer – mit dem Ziel, meinen Körper ganzheitlich zu unterstützen und besser in Balance zu bringen.
  • In dieser Zeit habe ich stark verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Koffein reduziert, weil ich das Gefühl hatte, meinem Körper insgesamt mehr Ruhe und Stabilität geben zu wollen, diese Umstellung wurde dann zu meinem neuen Lebensstil.


PCOS ist für viele Frauen ein sehr persönliches Thema, oft verbunden mit Unsicherheit, Fragen und dem Gefühl, nicht verstanden zu werden.

Wenn du gerade selbst betroffen bist: Du bist nicht allein. Und es gibt viele Wege, deinen Körper besser kennenzulernen und zu unterstützen.

Solltest du weiterführende Hilfe benötigen, bei deiner Reise zur Gesundheit, kannst du dich vertrauensvoll an unsere Gesundheitsexpert:innen und Ernährungsberater:innen wenden. Hier findest du unser Team.

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Sandra Strixner Gründerin des Brain Food Magazin und ganzheitliche Gesundheitsberaterin.

Über die Autorin

Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.

photocredits: Bild Sandra – Florian Beier