Ernährung Sandra Strixner

Zuckerarten im Vergleich – gibt es den gesunden Zucker?

Auch wer nicht viel von Ernährung versteht, weiß meistens eines: Dass Zucker nicht gesund ist. Er kann für Karies an den Zähnen sorgen, fördert Übergewicht und kann die Entstehung von Diabetes Typ 2 begünstigen. Doch welche Alternativen gibt es zum Süßen? Einige meiden den isolierten Zucker komplett und essen nur noch Früchte andere schwören auf natürliche Zuckeralternativen wie Stevia. Was ist denn nun der heilige Gral der Zuckeralternativen?

Wer sich gesund ernähren will, muss nicht auf alles verzichten, auch nicht auf Süßes.

Der Glykämische Index (kurz GI) eines Nahrungsmittels gibt an wie schnell und wie hoch es, nach dem Verzehr, deinen Blutzuckerwert ansteigen lässt. Ein hoher GI zeigt an, dass der Blutzucker schnell und hoch ansteigt. Der GI von Süßungsmitteln wird durch drei Aspekte bestimmt: die Menge der enthaltenen Kohlenhydrate, die Art der Kohlenhydrate und durch die Anwesenheit anderer Substanzen, wie z.b.Ballaststoffe. Ballaststoffe können die Verdauung der Kohlenhydrate verlangsamen und sich so positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken.

Das Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel über den Tag hinweg konstant zu halten. Ein niedriger Glyx, ist deshalb besser als ein hoher. Achte darauf Lebensmittel mit einem Glyx unter 50, den hochglykämischen Lebensmitteln vorzuziehen.

Je höher der Blutzuckerspiegel desto mehr Insulin muss die Bauchspeicheldrüse ausschütten. Das Insulin nimmt dann die Glucose auf und befördert es als Energie weiter in die Zellen. Wenn wir diese Energie aber nicht benötigen, weil wir wie die meisten Menschen unter Bewegungsmangel leiden, setzen wir Fett an. Der häufige Verzehr von Hoch-glykämischen Lebensmitteln kann außerdem die Bauchspeicheldrüße überlasten und zu Diabetes Typ 2, Hypoglykämie und Insulinresistenz führen.

Bezeichnung GI-Werte
Niedriger Glykämischer Index0 – 49
Mittlerer Glykämischer Index50 – 69
Hoher Glykämischer Index70 +

Deswegen haben wir Heißhungerattacken

Der hohe Insulinausstoß hat zur Folge, dass dem Blut auf einmal viel Glucose entzogen wird und wir nach dem rapiden Anstieg von Glucose auf einmal einen schnellen Abstieg des Blutzuckers sehen können. Diese Achterbahnfahrt des Wertes führt zum berüchtigten Heißhunger. Weil wir dann gleich wieder einen Energieschub benötigen.

Zuckerarten im Vergleich

ZuckerartFructosegehaltglykämischer Index (GI)Kalorien pro 100g
Weißer Zucker (Haushaltszucker)50%65387
Vollrohrzucker50%35399
Fructose (z.B. aus Früchten)100%25390
Künstliche Süßstoffe (z.B. Aspartam, Saccharin, Cyclamat)0%00
Honig27 – 44%61 (+ – 3)302
Agavendicksaft70-90%20304
Ahornsirupca. 35%54260
Apfeldicksaft60%40330
Tapiokasirup 070 (+ – 10)165
Stevia0%00
Kokosblütenzucker45%
35
378
Yacon Sirup75%1197
Reissirup0%98327
Zuckeralkohole (z.B. Sorbit Mannitol, Isomalt, Maltitol, Lactit, Xylit/Birkenzucker, Erythriol)Nur Xylit und Erythriol werden nicht in Fructose umgewandeltzwischen 0 -7240

Zuckerarten mit hohem glykämischen Index


Traubenzucker

Besteht aus reiner Glucose

Zum Unterricht oder zu Prüfungen ist es bei vielen Eltern noch üblich den Kindern ein Stück Traubenzucker einzupacken, denn das soll die Aufmerksamkeit und Konzentration fördern. Zum Teil stimmt das auch weil der Traubenzucker aus reiner Glucose besteht, kann er von allen Zellen des Körpers genutzt werden, für einige Teile unseres Körper ist er sogar essentiell.

  • Liefert schnelle Energie weil Glucose sofort ins Blut geht
  • Enthält keine Fructose, ist also auch für fructoseintolerante Menschen geeignet
  • Ein starker und schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels führt höchstwahrscheinlich zu Heißhungerattacken

Glykämischer Index: 100 (hoch)

Reissirup

Reissirup ein natürlicher Zucker
Foto: Wirestock – Freepik.com

Reissirup aus gekochtem braunem Reis gewonnen. Dabei wird der Reis zu Mehl zermahlen und anschließend mit Enzymen versetzt. Diese Enzyme sorgen dafür, dass die enthaltene Stärke in Zuckermoleküle umgewandelt wird. Übrig bleibt ein süßer, dickflüssiger Sirup.

Besteht aus Glucose und Glucose-Verbindungen

  • Enthält keine Fructose und deshalb für Menschen mit Fructoseintoleranz geeignet
  • Geringere Süßkraft als raffinierter Zucker
  • Enthält im Vergleich zu raffiniertem Zucker kleine Mengen an Mineralstoffen
  • Leicht nussig, karamelliere Geschmack
  • Eignet sich gut zum Kochen und Backen

Glykämischer Index: 98 (hoch)

Tapiokasirup

Tapiokasirup ist frei von Fructose
Foto: Bowonpat – Freepik.com

Die Tapiokawurzel wird auch Maniok oder Cassava genannt. Die Wurzel kommt ursprünglich aus Südamerika und dient dort seit vielen Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel. Wir kennen die Tapiokastärke hierzulande eher als weißen Kügelchen, aus denen man beispielsweise Tapioka-Pudding machen kann. Stärke aus Tapioka ist glutenfrei, relativ geschmacksneutral und kann deshalb vielseitig eingesetzt werden. Der Tapiokasirup hat tolle Bindeeigenschaften und ist deshalb auch als Backzutat sehr beliebt.

Besteht aus resistentem Dextrin, weniger als 2 % Glukose und 0% Fructose

  • Im Vergleich zu Haushaltszucker hat Tapiokasirup weniger Kalorien (165 kcal / 100 g)
  • Erreicht etwa 40% der Süßkraft von normalem Haushaltszucker
  • Fruktosefrei und somit auch für Menschen mit Fructoseintoleranz geeignet
  • Enthält 68g Ballaststoffe auf 100g
  • Die enthaltenen Ballaststoffe sind unverdaulich (resistent) und sie gelangen unverdaut durch den Magen in den Darm und stehen dort den Milchsäurebakterien als Nahrung zur Verfügung. So können sich diese Darmbakterien vermehren und einen Beitrag zu einer guten Darmflora leisten.
  • Tapiokasirup kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Die maximal empfohlene Tagesdosis von Tapioka-Sirup ist 40 g. 
  • Je nach Herstellungsverfahren variiert der Glykämische Index, es sollte ein Sirup auf Basis von resistentem Dextrin sein, dann sind genügend Ballaststoffe enthalten um den Blutzucker nicht zu stark ansteigen zu lassen.

Glykämischer Index: 70 +- 10 (hoch)

Melasse

Melasse wird aus Zuckerrüben hergestellt.
Zuckerrüben Foto: User6335913 – Freepik.com

Melasse ist ein zähflüssiger Sirup, der als Nebenprodukt bei der Zuckergewinnung anfällt. Hauptsächlich wird sie aus Zuckerrohr, Zuckerrüben und Zuckerhirse gewonnen, weswegen oft auch von Zuckerrohrmelasse oder Zuckerrübenmelasse gesprochen wird. Nicht mit Zuckerrübensirup zu verwechseln.

Besteht aus Saccharose = eine Mischung aus Fructose und Glucose

  • Enthält Vitamine und Mineralstoffe
  • Schwach süß, herb im Geschmack, erinnert etwas an Lakritz.
  • Da Melasse bei der Herstellung von Zucker als Nebenprodukt gewonnen wird, werden keine extra Ressourcen dafür verbraucht

Glykämischer Index: 70 (hoch)

Honig

Honig ist ein natürlicher Zucker aber enthält viel Fructose
Foto: Jcomp – Freepik.com

Besteht je nach Sorte zu ca. 27 – 44 % aus Fructose, 22 und 41 Prozent Glucose. Enthält auch geringe Mengen von Saccharose, Maltose, Melezitose und weitere Di- und Oligosaccharide.

  • Für 1 kg Honig herzustellen müssen Bienen 2,7 l Nektar sammeln und 100 000 km fliegen. 233 Milligramm Honig kann eine Biene pro Tag herstellen, es ist also ein großer Arbeitsaufwand für das kleine Tier.
  • Jeder natürliche Honig kristalliert irgendwann.
  • Ist nicht zum Backen geeignet
  • Leider sind viele Honigsorten bereits pestizidbelastet. (Quelle)
  • Neben Zucker enthält Honig auch Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme, Antioxidantien und Wasser.
  • In Deutschland gilt eine strenge Honigverordnung, laut dieser darf dem Honig nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden.
  • Er gilt streng genommen nicht als vegan – da er durch die Arbeit von Bienen entsteht
  • Kennst du schon den Honig, der ohne Bienen hergestellt werden kann? Hier geht’s zum Wonig.

Glykämischer Index: etwa 61, mit einer Variation von + oder – 3 Punkten (hoch)

Zuckerarten mit mittleren glykämischen Index


Raffinierter Haushaltszucker

Raffinierter Haushaltszucker.
Foto: Freepik – Freepik.com

Besteht zu 50% Fructose und 50% Glucose

Der raffinierte weiße Haushaltszucker zählt zu den Hoch-glykämischen Lebensmitteln. Dieser verursacht einen rapiden Ansprung des Blutzuckers innerhalb kürzester Zeit. Während Glucose, wie weiter oben erwähnt, von allen Körperzellen genutzt werden kann, muss Fructose ausschließlich von der Leber verstoffwechselt werden. Essen wir fructosereich kann das unsere Leber belasten. Des Weiteren wird Fructose direkt in Fett umgewandelt, was bei vielen zu Übergewicht führt. Für gesunde Menschen gilt, über 50g täglich an Fructose kann es gefährlich werden. Bei Früchten lässt sich die Aufnahme von Fructose nicht vermeiden, doch bei der Wahl unseres Süßungsmittels können wir etwas ohne Fruchtzucker wählen.

  • Hoher Fructosegehalt, übermäßiger Verzehr von Fructose begünstigt die Entstehung einer Fettleber.
  • Glucose ist Energie die von jeder Körperzelle genutzt werden kann.
  • Begünstigt die Entstehung von Karies
  • Durch die Raffination enthält Haushaltszucker keine Mineralstoffe mehr.

Glykämischer Index: 65 (mittel)

Ahornsirup

Pancakes mit Ahornsirup
Foto: Sandra Strixner

Besteht zu 88 bis 90 % aus Saccharose und zu etwa 11 % aus Glucose und Fructose

  • Umso älter ein Ahornbaum, desto mehr Saft produziert er.
  • Es gibt verschiedene Qualitätsgrade von AA – D
  • Je nach Grad reicht der Geschmack von mild bis kräftig
  • Auch die Farbe variiert je nach Grad von hell bis sehr dunkel
  • Je dunkler desto später wurde der Saft geerntet
  • Enthält kleine Mengen B-Vitamine, Mineralstoffe sowie Spurenelemente
  • Weniger Süßkraft als raffinierter Zucker

Glykämischer Index: 54 (mittel)

Zuckerarten mit niedrigem glykämischen Index


Apfeldicksaft

Apfeldicksaft kannst du auch selbst aus Äpfeln herstellen
Foto: Bondarenko_Rimma – Freepik.com

Besteht zu 60% aus Fructose, Saccharose, ein paar wenige Zuckeralkohole

Apfeldicksaft entsteht beim Einkochen von Äpfeln, daraus entsteht eine braune Flüssigkeit. Am besten lässt es sich als konzentrierter Apfelsaft beschreiben. Angebrochener Apfeldicksaft muss im Kühlschrank gelagert werden und ist nur begrenzt haltbar. Der eindeutige Apfelgeschmack, macht dieses Süßungsmittel nicht für jeden Einsatz in der Küche möglich. Zwar ist der glykämische Index dieses Süßungsmittels relativ niedrig aber der hohe Fructosegehalt, macht ihn nicht zu einem guten alltäglichen Begleiter. Wer allerdings eine regionale Zuckeralternative für wenige Einsätze sucht, ist hier richtig aufgehoben.

  • Kalorienärmer als Zucker
  • Die Süßkraft liegt leicht unter dem raffinierten Haushaltszucker
  • Natürlicher Zucker – da normalerweise keine Zusatzstoffe beigemengt werden
  • Regionale Zuckeralternative
  • Schmeckt nach Apfel und hat eine fruchtige leicht säuerlicher Note
  • Hat eine Hell- bis Dunkelbraune Farbe
  • Hoher Fructosegehalt kann sich je nach Aufnahmemenge negativ auswirken (z.B. Fettleber und Stoffwechselstörungen)
  • Nicht für Menschen mit Fructoseintoleranz geeignet
  • Enthält kleine Mengen an Mineralstoffen

Glykämischer Index: 40 (niedrig)

Agavendicksaft / Agavensirup

Agavendicksaft
Foto: Wirestock – Freepik.com

Die Agave ist eine Pflanze die am häufigsten in Mexiko, Süd- und Mittelamerika vorkommt. Der Geschmack des Sirups ist neutral. Er wird als süßer als der weiße Zucker empfunden, deshalb braucht man auch wenig davon. Je dunkler der Agavendicksaft ist, umso kräftiger wird der Geschmack in eine Karamellrichtung.

Hoher Fructosegehalt: Besteht aus 90% Fructose und 10% Glucose

  • Neutraler Geschmack
  • 1,2-mal mehr Süßkraft als raffinierter Zucker
  • Enthält Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe
  • Nicht für Fructoseintolerante Menschen geeignet
  • Auch ein übermäßiger Verzehr von Fructose kann zu einer Fructoseintoleranz führen
  • Steigert Harnsäurebildung
  • Langer Transportweg

    Hier sollte beim Einkauf – wie eigentlich immer – auf nachhaltigen Anbau und Bio-Qualität wert gelegt werden.

Glykämischer Index: 20 (niedrig)

Vollrohrzucker / Rohrohrzucker

Foto: Azerbaijan_Stockers – Freepik.com

Bei der Herstellung von Vollrohrzucker wird der Saft des Zuckerrohrs ausgepresst, dieser wird dann gefiltert und als Sirup eingekocht. Er wird weder mechanisch, noch chemisch weiter behandelt und anschließend noch zu Zuckerkristallen vermalen. So bleiben Mineralstoffe und Pflanzenstoffe erhalten. Rohrohrzucker ist teilraffiniert und enthält damit weniger Mineralstoffe.

Besteht zu 91 % aus Saccharose, diese wiederum besteht zu 50% aus Fruchtzucker und 50% aus Gluccose

  • Hat eine karamellähnliche Note
  • Besitzt eine höhere Süßkraft als weißer Zucker
  • Beinhaltet alle Mineralstoffe und Pflanzenstoffe die Zuckerrohr natürlicherweise hat.
  • Lange Transportwege
  • Kaufe am besten Vollrohrzucker mit Bio-Qualität*

Glykämischer Index: 35 (niedrig)

Kokos-Blütenzucker und Kokosblütensirup

Foto: Rostovtsevayu – Freepik.com

Kokosblütenzucker wird aus dem Blütennektar der Kokospalme gewonnen. Eine Kokospalme kann in etwa 70 Jahre Nektar produzieren. Er schmeckt nicht nach Kokos, wie man vielleicht vermuten würde, sondern hat eine karamellige Note. Kokosblütenzucker ist nicht zu verwechseln mit dem günstigen Palmzucker.

Besteht aus Saccharose, Glucose, Fructose und Inulin

  • Enthält Mineralstoffe und Spurenelemente wie: Kalium, Magnesium, Eisen, Bor, Zink, Schwefel und Kupfer.
  • Enthält diverse B-Vitamine  
  • Langer Transportweg
  • Hoher Fructoseanteil von 45%
  • Der niedrige glykämische Index verursacht keine starken Zuckerhochs und Zuckertiefs.

Kaufe am besten Kokosblütenzucker* aus nachhaltiger und ökologischer Produktion, der nicht mit minderwertigen Zuckerarten gestreckt wurde.

Glykämischer Index von Kokosblütenzucker: 35 (niedrig)

Dattelsirup

Dattelzucker oder Dattelsirup hat einen vergleichsweise mittleren Glyx.

Beim Dattelsirup werden getrocknete Datteln mit Wasser eingekocht. So enthält der Dattelsirup nach wie vor alle Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, die bereits in der Dattel vorhanden waren.

Besteht aus 50% Glucose und 50% Fructose

Die meisten Früchte bestehen zur Hälfte aus Glucose und Fructose. Fruchtzucker müsste doch einer der gesündesten Zuckerarten sein? Evolutionsbedingt ist der menschliche Darm nur eine gewisse Menge Fruchtzucker gewöhnt. Wir aßen nicht regelmäßig Früchte, sondern nur wenn sie saisonbedingt reif waren und süß schmeckten. So kann es sein dass eine Übermenge an Fruchtzucker im Speiseplan Bauchschmerzen bei uns verursacht.

Glykämischer Index: 45 – 50 (Mittel)

Xylit / Xylitol / Birkenzucker

Foto: Irrmago – Freepik.com

Bei Xylit handelt es sich meist um Birkenzucker. (Er kann auch aus Mais hergestellt werden) Da es sich auch hier um einen Auszugsstoff aus einer Pflanze handelt, ist Xylit zwar eine gute Möglichkeit vom raffinierten Haushaltszucker wegzukommen, sollte in einer vollwertigen Ernährung aber nur wenig Anwendung finden. Ein Drittel des Xylits wird im Darm zu Glucose umgewandelt, deshalb steigt der Blutzucker ein wenig an, allerdings nicht so rasant wie bei Haushaltszucker. Der GI liegt bei 7, weshalb nur wenig Insulin gebraucht wird, um den Blutzucker wieder zu senken. Auf die Blutfettwerte hat Birkenzucker keinen Einfluss, da es als Leberstärke eingelagert wird und bei Bedarf als Glucose an das Blut abgegeben wird. Xylit fördert zusätzlich die Remineralisierung der Zähne und kann vor Karies schützen.

Xylit ist ein Zuckeralkohol

  • Neutraler Geschmack
  • Reduziert Kariesbildung
  • Hat in größeren Mengen eine leicht abführende Wirkung.
  • Achtung Gefährlich für Hunde! Etwa 3-4 Gramm Xylitol pro Kilogramm Körpergewicht gilt als tödliche Dosis für einen Hund.
  • Xylit sollte bei einer Fruktoseintoleranz, die mit einer Störung des Glykogenstoffwechsels zusammenhängt, nicht eingenommen werden. Das gilt auch bei Fruktose-Malabsorptionsstörung.

Glykämischer Index von Xylit: 7 (niedrig)

Yaconsirup und Yaconpulver

Foto: Sommail – Freepik.com

Yaconsirup und Yaconpulver werden beide aus der Knolle der Yaconpflanze hergestellt. Sie ähnelt optisch stark der Süßkartoffel und stammt aus den Anden Südamerikas. Aus ihrem Saft kann Yacon-Pulver und -Sirup hergestellt werden. Beide haben eine sanfte karamellige Süße, der Sirup schneidet aber deutlich süßer ab im Vergleich mit dem Pulver. Beide sind gute Quellen für Fructooligosaccharide (FOS). Er enthält: Wasser, Vitamine, Aminosäuren, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen, Inulin, FOS, Glucose, Saccharose, Fructose. Der Verzehr von Yacon-Sirup führt nicht zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels wie bei den meisten Dicksäften, weil die Yaconsüße einen sehr niedrigen glykämischen Index (GI) von 1 hat.

Besteht zu 5 – 15 % aus Saccharose, weniger als 5 % aus Glucose und zu etwa 5 – 15 % aus Fructose

  • Langer Transportweg
  • Karamelliger Geschmack
  • Niedriger Fructosewert
  • Enthält Mineralstoffe

Glykämischer Index: 1 (niedrig)

Hier findest du Yacon Sirup in Bio-Qualität*

Stevia

Foto: Volosina – Freepik.com

Die Pflanze Stevia rebaudiana, wird auch Honigkraut genannt, stammt aus Südamerika und hat von Natur aus einen extrem süßen Geschmack.

Enthält keine Glucose, Fructose oder Saccharose. Die Süße kommt von Steviolglykosiden und Rebaudiosiden (A, C, D und E)

  • Enthält keine Kalorien
  • Das Konzentrat aus der Pflanze heißt Steviosid und ist etwa 300-mal süßer als unser Haushaltszucker
  • Hat einen bitteren Beigeschmack
  • Heißhungerattacken sind seltener wenn der Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst wird
  • Stevia gilt als karieshemmend und kann die Entwicklung von Zahnbelag hemmen
  • Nicht jedes Steviaprodukt ist gleich, es kommt auf die Art der Extraktion an.
  • Am besten hältst du dich an die natürlichste Form von Stevia, bei dem das ganze Blatt der Pflanze getrocknet und pulverisiert wird.
  • Die Steviablätter enthalten Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, sowie Flavonoide.
  • Langer Transportweg

Glykämischer Index: 0 (beeinflusst den Blutzucker nicht)

Erythrit

Foto: Bedneyimages – Freepik.com

Ist ein Zuckeralkohol, der durch Fermentation von Zucker durch Hefepilze gewonnen wird. Erythrit wird zu über 90 % nicht verstoffwechselt, sondern vom Dünndarm an die Nieren abgegeben und unverändert ausgeschieden. Verdauungsbeschwerden bleiben somit aus. Die restlichen knapp 10% werden vom Körper wie Ballaststoffe behandelt.

Erythrit ist ein Zuckeralkohol

  • 0 Kalorien, da er nicht verstoffwechselt wird
  • Gehört zu den Zuckeralkoholen und kann bei übermäßigem Verzehr Durchfall auslösen
  • Enthält keinen Fruchtzucker und ist deshalb auch für Menschen mit Fructoseintoleranz geeignet

Glykämischer Index: 0 (beeinflusst den Blutzucker nicht)

Hier findest du Zuckerersatz aus Erythritol und Stevia* und Bio-Erythrit aus fermentiertem Bio-Mais*

Künstliche Süßstoffe (z.B. Aspartam, Saccharin, Cyclamat, Acesulfam)

Zuckerersatz: Süßstoff, ungesund.
Foto: Towfiqu999 – Freepik.com

Menschen, die Süßstoff konsumieren um abzunehmen, muss ich leider enttäuschen: Der gewünschte Abnehmeffekt bleibt meist aus, wenn sonst nichts am Lebensstil geändert wird. Nach einer Studie aus dem Jahr 2008 können Süßstoffe sogar die Verdauung verlangsamen und den Stoffwechsel drosseln, was das Abnehmen noch schwieriger macht. (Quelle) Ein gedrosselter Stoffwechsel lässt den Körper mehr und mehr Bauchfett ansetzen. Übergewicht ist ein Risikofaktor für Insulinresistenz und Diabetes – so können Süßstoffe auf Dauer zu gesundheitlichen Beschwerden führen.

Süßstoff macht dein Gehirn nicht happy

In einer Studie im Jahr 2008 an der Universität von Colombia in San Diego wurden bei 12 Teilnehmern MRT-Aufnahmen vom Gehirn gemacht, einmal nachdem sie Wasser mit Zucker getrunken hatten und einmal nachdem sie Wasser mit Süßstoff eingenommen hatten. Die Studie ergab, dass Zucker im Gegensatz zu Süßstoff das Belohnungszentrum im Gehirn besser befriedigte und so auch ein größeres Sättigungsgefühl bei den Probanden eintratt. (

Der Süßstoff Aspartam wirkte er bei Tierversuchen toxisch auf die Neuronen im Gehirn. (Quelle: Öko-Test). Aspartam ist oft in Light-Getränke und Diätprodukten enthalten. Der Süßstoff taucht als Inhaltsstoff in der Zutatenliste auch unter anderen Namen auf wie: NutraSweet, Canderel oder E 951.

An dieser Stelle höre ich mit den beunruhigenden Nachrichten über Süßstoffe auf. Ich persönlich mache einen großen Bogen und finde es gibt wesentlich bessere und natürlichere Zuckerarten.

  • Chemisch hergestellt
  • So gut wie keine Kalorien
  • Süßstoffe sorgen nur für Süße, sie liefern keine Energie
  • Die starke Süßkraft kann problematisch werden, wenn man sich an die Süße gewöhnt und dann keine sauren, bitteren oder weniger süßen Lebensmittel mehr schmecken möchte.
  • Manche Menschen empfinden den Geschmack und die Wirkung von Süßstoff als nicht befriedigend
  • Süßstoffe verstecken sich in Getränken, Fertigprodukten, zuckerfreien Kaugummis oder auch manchmal in Arzneimitteln, um den bitteren Geschmack zu überdecken.

Glykämischer Index: 0 (Beeinflusst den Blutzucker nicht)


Fazit zur Suche nach dem „gesunden Zucker“

Was dieser Artikel hoffentlich gut dargestellt hat ist, dass nicht jeder Zuckerersatz als gesund betitelt werden kann. Natürliche Zuckerarten sind dem weißen raffinierten Zucker (typischer Haushaltszucker) aus gesundheitlicher Sicht immer vorzuziehen. Aber wie bei fast allem im Leben ist auch hier die Dosis von Wichtigkeit: In Maßen genossen ist besser als in Massen. Der glykämische Index zeigt uns nur an, wie schnell der Blutzucker nach dem Verzehr der Zuckerart ansteigt, er sagt noch nicht alles über dessen gesundheitlichen Wert für unseren Körper aus. Du hast gesehen, es muss nicht immer der übliche Haushaltszucker sein, es gibt auch Zuckerarten ohne Fructose, weniger Kalorien oder welche, die den Blutzuckerspiegel gar nicht oder nur geringfügig ansteigen lassen.

Zucker gehört NICHT zu den Grundnahrungsmitteln

Zwar brauchen unsere Zellen Glucose um an Energie zu kommen, doch das können wir unbedenklich auch über vollwertige Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Hülsenfrüchte usw. beziehen. Isolierter Zucker ist als Energielieferant nicht notwendig.

Ich hoffe dieser Artikel hat für dich mehr Klarheit geschaffen, was das Thema gesunder Zucker angeht und du kannst daraufhin eine gute und ausgewogene Entscheidung für dich treffen, welche Zuckerarten in Zukunft in deiner Küche Verwendung finden. Alles Gute und bleib gesund!

Die hier aufgeführten Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Bitte wende dich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Arzt oder Apotheker.


Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.

Für den Inhalt des Artikels ist ausschließlich der Autor verantwortlich.


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Titelbild photocredits: Stockimagefactorycom – Freepik.com