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Achtsamkeit am Arbeitsplatz – 3 Übungen für mehr Gelassenheit

Achtsamkeit am Arbeitsplatz ist heutzutage wichtiger denn je. Die Zahl der Menschen mit Burnout oder Depressionen steigt, sehr oft hat dies etwas mit dem Arbeitsalltag zu tun. Panikattacken am Arbeitsplatz, nervöser Magen, Zerstreutheit und das Gefühl irgendwie aufgekratzt zu sein. Kommt dir eines dieser Beispiele bekannt vor? Dann könnte es sein, dass du unter Stress am Arbeitsplatz leidest und dein Körper dir Warnsignale sendet. Ein Weg aus dieser „Krankheitsfalle Stress“ kann die Achtsamkeit sein. Wie du mit Achtsamkeit durch den Arbeitsalltag gehen kannst erfährst du in diesem Artikel.

Übungen für mehr Achtsamkeit am Arbeitsplatz

#1 Es sind die kleinen Dinge – nimm dir absichtlich Atempausen

Ich habe mal einen Raucher gefragt, was ihm am meisten am Rauchen gefällt. Er antwortete: „Dass ich eine Pause von der Arbeit machen kann und mich dabei entspannen kann.“ Wir alle sollten uns Pausen zum Durchatmen geben, lange sowie kurze Pausen zwischendurch. Wenn wir unter Stress stehen, dann stellen wir manchmal fest, dass unser Atem nicht mehr wie gewöhnlich sanft und tief ist, sondern vielleicht gehetzt und kurz. Einige Menschen stellen sogar fest, dass sie unter Anspannung immer wieder den Atem anhalten.

Wie wir atmen kann uns aufgeregt machen oder uns beruhigen, deswegen sollten wir immer wieder ganz bewusst tiefe Atemzüge nehmen, um unser parasympathisches Nervensystem – das für Wohlbefinden zuständig ist – zu aktivieren.

Übung: Durchatmen

Wenn nächstes mal dein Telefon klingelt, gehe nicht sofort ran. Nimm zwei tiefe Atmenzüge, bis in den Bauch hinein und erst dann nimm den Hörer ab. Bevor du die Tür zum Meetingraum betrittst oder vielleicht den nächsten Patienten im Untersuchungszimmer behandelst, nimm dir einen Moment zum Atmen und bei dir selbst ankommen.

Wahrscheinlich wirst du feststellen, dass Achtsamkeit am Arbeitsplatz etwas Übung braucht. Mit der Zeit wirst du immer besser darin werden, deinen persönlichen Raum einzunehmen und auf deine Gesundheit zu achten.

Achtsamkeit am Arbeitsplatz
Foto: Camandona – Freepik.com

#2 Nervosität manchmal Fluch manchmal Segen.

Der Tag der Präsentation, der Betriebsprüfung oder des Mitarbeitergesprächs kann manchmal eine große Aufregung in uns schaffen. Ein bisschen Lampenfieber gehört zu jedem Auftritt dazu – das wissen alle Bühnenprofis – denn diese kleine Aufregung lässt uns aufmerksamer werden. Aber wenn uns die Nervosität bereits Wochen oder Tage vorher heimsucht, dann wird sie zum lähmenden Problem für uns.

Ich sage gerne, durchweg positiv Denken ist ein Märchen. Warum? Ich kenne wirklich niemanden der nicht manchmal negativ denkt. Wir alle kennen diese automatischen Gedanken die einfach hochkommen, wenn wir mal nicht gut drauf sind. Es geht nicht darum, nur good vibes im Leben zu verbreiten und zu spüren. Es geht um echte Gefühle und darum den negativen Gedanken und Selbstzweifeln mutig entgegenzutreten.

Wenn du dich also Fragen quälen wie:“Darf ich mehr Gehalt verlangen?“, „Bin ich soweit diese Präsentation zu halten?“ oder „Schaffe ich es durch diese Prüfung?“ Dann fange an dein Selbstbewusstsein und deinen Selbstwert zu stärken!

Übung – Stärke dein Selbstbewusstsein und deinen Selbstwert:

Mach dir eine Liste an Charaktereigenschaften und Talenten die dich als Mitarbeiter/Mensch auszeichnen und wertvoll machen. Beispiele: Teamplayer/In, proaktiv, besonnen, Ideengeber/In, emphatisch, ich kann komplexe Vorgänge auf einfache Weise erklären, wissbegierig, kreativ, kontaktfreudig, usw. Finde mindestens 10 Punkte, frage auch Freunde und Kolleg:Innen welche guten Eigenschaften sie in dir sehen!

Indem ich mir immer wieder selbst gesagt habe wie gut ich sein kann, hat sich mein Gefühl für mich selbst verändert. Ich habe mich selbst wertgeschätzt und ab diesem Zeitpunkt haben mir auch andere Menschen mehr Wertschätzung zukommen lassen. Die Veränderung beginnt immer bei dir selbst, also lass dich nicht aufhalten von negativen Gedanken, die plagen uns alle irgendwann mal. Die Frage ist, mit welchen Gedanken fütterst du dich am meisten? Welche Gedanken lässt du Wurzeln schlagen?

Achtsamkeit am Arbeitsplatz
Foto: Drobotdean – Freepik.com

#3 Angst zulassen und ihr Raum geben, anstatt sie zu unterdrücken.

Versuchen wir Angst zu unterdrücken, wird sie einfach für später eingelagert. Irgendwann musst du dich mit der Angst auseinandersetzen, sie wird wieder hochgekrochen kommen und wenn sie dich abends vom Schlafen abhält. Angst ist nicht böse, sie möchte dich nur vor Gefahren beschützen. Allerdings nervt sie uns mittlerweile in sehr vielen alltäglichen Situationen, in denen sie uns davon abhält besonnen zu reagieren. Komplett ausschalten können wir die Angst nicht, also lass uns einen Weg finden uns mit ihr anzufreunden. Wie jedes Gefühl möchte die Angst einfach nur gesehen und angenommen werden, wenn du diesem Gefühl kurz Zeit und Raum gibst, wird es auch wieder verschwinden.

Eine Möglichkeit ist, mit der Angst in den Dialog zu gehen, prinzipiell ist es gut die Angst anzuhören. Sie hat dir etwas wichtiges zu sagen. Viele Mental Coaches sprechen davon, die Angst mit positiven Gedanken zu beschwichtigen. Wenn dabei die Anerkennung der Angst ausgelassen wird, ist das nur eine andere Art von Unterdrückung und nicht zielführend. Anstatt unsere Probleme immer nur auf der mentalen Ebene lösen zu wollen, lass uns doch mal auf die Körperebene gehen, wo das Gefühl eigentlich stattfindet.

Übung: Auf der Stelle rennen

Wenn du etwa 10 Sekunden kräftig auf der Stelle rennst, (kannst du auch heimlich in der Toilette am Arbeitsplatz machen) gibt das deinem „Ich-will-wegrennen-Reflex“ ein Ventil. Denn wenn wir Angst haben, dann wollen wir entweder kämpfen, wegrennen oder erstarren, das sind unsere Urinstinkte und die sind auch in jedem modernen Menschen noch aktiv. Diese Instinkte sind da, um uns zu beschützen und im Notfall tun sie das auch sehr gut, doch im Arbeitsalltag behindern sie uns manchmal.

Alternative Übung: Abklopfen

Wenn dir nicht nach Rennen ist, dann versuche es mit dem Abklopfen des Körpers. Auch das hilft angestaute Energien loszuwerden. Starte bei der Schulter und klopfe dir mit flacher Hand den gegenüberliegenden Arm aus bis zum Handgelenk, wechsle dann die Seite und klopfe den anderen Arm ab. Klopfe dir auch sanft auf die obere Hälfte des Brustkorbes, falls nun Tränen aufsteigen sollten lass sie raus, das ist einfach nur angestaute Energie die sich lösen darf.

Gib diesen Übungen eine Chance! Manchmal braucht es ein bisschen bis das Nervensystem sich wieder beruhigt. Selbst wenn du es während der Arbeit nicht schaffen solltest diese angestauten Energien aufzulösen, dann nutze den Abend dafür. Dein Körper und deine Seele werden es dir auf lange Frist danken!

Ich hoffe dir einige Anregungen mitgegeben zu haben und dass du erkennst, unterdrückte Gefühle können Krankheiten auslösen. Lass es nicht soweit kommen. Überleg mal, vielleicht fallen dir selbst noch ein paar Übungen für Achtsamkeit am Arbeitsplatz ein! Alles Gute.


Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.

Für den Inhalt des Artikels ist ausschließlich der Autor verantwortlich.


Die hier aufgeführten Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Bitte wende dich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Arzt oder Apotheker.

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