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Die 9 wahren Ursachen für Depressionen und Ängste

Depressionen haben vielfältige Ursachen wie, Kindheitstraumata, Einsamkeit, fehlende sinnvolle Arbeit oder Zukunftsangst.

Jährlich erkranken 5,3 Mio. Menschen in Deutschland an einer Depression laut der Deutschen Stiftung Depressionshilfe. Viele Betroffene fühlen Scham, weil psychische Gesundheit oft noch als Tabu-Thema angesehen wird. Du bist nicht verrückt und auch nicht alleine mit deinem Schmerz. Zu diesem Artikel wurde ich durch meine eigene Krankheitsgeschichte inspiriert und entnehme einige Ideen aus dem Buch von Johann Hari – Der Welt nicht mehr verbunden*, welches mir die Augen geöffnet hat, für die wahren Ursachen von Depressionen und Ängsten.

Das sind die typischen Symptome für eine Depression:

Hauptsymptome einer Depression

  • Verlust von Interesse und Freude
  • depressive Stimmung
  • verminderter Antrieb

Zusatzsymptome einer Depression

  • Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Appetitminderung
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Suizidgedanken / Suizidhandlungen

Leidest du an mind. zwei Hauptsymptomen und zwei Zusatzsymptomen für über zwei Wochen lang, kann das ein Hinweis auf eine Depression sein.

Traurigkeit, Depressionen und Ängste haben echte Ursachen. Medikamente helfen nur kurzfristig, das wahre Problem muss an der Wurzel gepackt werden.
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Das Problem mit unserem Gesundheitssystem

Erst die gute Nachricht: Es gibt in jedem Bundesland eine Koordinationsstelle für Psychotherapie, dort kannst du anrufen und dir Nummern von Psychotherapeuten geben lassen. Doch dann stellt sich auch noch die Frage, ob diese Therapeuten überhaupt einen Platz frei haben und ob du Privat- oder Kassenpatient bist, denn nicht jeder Therapeut ist für beides zugelassen. Die Regel ist, dass ein in Not befindlicher Mensch meist 6 Monate oder mehr Wartezeit auf sich nehmen muss, um einen Therapieplatz zu ergattern.

Die Erfahrungen von Betroffenen zeigen, dass es dann oft einfach nur heißt: „Hier haben sie ein Rezept, kommen sie in ein bis zwei Monaten wieder für das nächste.“ Es fehlt ein wirkliches Verständnis für den Menschen. Es fehlen andere Vorschläge abgesehen von Antidepressiva und Beruhigungsmitteln.

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Medikamente bekämpfen nur die Symptome einer Depression, nicht deren Ursache und sind daher keine dauerhafte Lösung für psychische Probleme.

Sandra Strixner, Gesundheitsberaterin

Depressionen und Ängste haben 3 Ursachen:

  • Biologische
  • Psychische
  • Soziale

All diese Ursachen sind real und treten oft zusammen auf. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass eine Depression ausschließlich durch ein chemisches Ungleichgewicht im Hirn entsteht. Deine Verzweiflung ist keine Fehlfunktion deines Gehirns, sondern ein Signal für unerfüllte Bedürfnisse und Wunden die geheilt werden möchten. Wie sollen Depressionen durch so etwas einfaches wie eine Tablette aufzulösen sein? Um uns präventiv vor Depressionen zu schützen, müsste viel mehr Aufklärung über die wahren Ursachen betrieben werden.

Es gibt tiefere Ursachen für Depressionen

Ich selbst fühlte mich anfangs sehr unwohl über meine Depression mit jemandem zu sprechen. Auch heute gilt es beim Großteil der Gesellschaft immer noch als Tabu-Thema. Lass mich dir sagen, du bist nicht verrückt, wenn du eine Depression hast. Du bist auch keine Maschine, deren kaputtes Gehirn ausgetauscht werden muss. Du bist ein fühlendes Lebewesen dessen Bedürfnisse nicht erfüllt wurden!

Was wir als Menschen alle brauchen:

  • Eine Gemeinschaft in der wir uns sicher und zuhause fühlen
  • Sinnvolle Arbeit
  • Sinnvolle Werte
  • Weniger Sachen mehr Liebe
  • Mitfühlende Freunde und die Überwindung der Selbstsucht
  • Viel Zeit in der Natur
  • Eine sichere Zukunft 
  • Befreiung von Traumata und Post-Traumatischer-Belastungsstörung (PTBS)
  • Befreiung von Schamgefühlen, die entstehen können wenn man z.B. missbraucht worden ist

Wir haben es geschafft in unserer westlichen Kultur sicherzustellen, dass keiner mehr Verhungern muss. Doch eine Sicherstellung der psychischen Gesundheit können wir immer noch nicht leisten. Was sagt das über uns als Gemeinschaft aus? Warum lassen wir uns gegenseitig im Stich?

Was ist die Konsequenz aus dieser Einsicht? Das wir unsere Gesellschaft und Arbeitswelt einem kompletten Wandel unterziehen müssen! Psychische Gesundheit ist etwas, das uns alle angeht. Nicht nur das Individuum, das unter der Depression leidet. 

Die wahren Ursachen für Depressionen 

Du leidest höchstwahrscheinlich nicht (ausschließlich) an einem Serotoninmangel. Ängste und Depressionen haben, biologische, psychische und soziale Ursachen, sie können auf Dauer nicht nur durch die Einnahme von Tabletten verschwinden. Schau dir diese 9 möglichen Ursachen für Depressionen und Ängste an, wenn du dich wiederkennst, dann lass uns gemeinsam Lösungen finden!

1. Eine Gemeinschaft, in der du dich sicher fühlst.

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Sicherheit ist ein wichtiger Grundstein für ein Leben in dem du dich wohlfühlen wirst. Sehnsucht nach Gemeinschaft mit anderen Menschen gibt dir Sicherheit zu überleben und ist ein ganz normales Bedürfnis eines jeden Menschen. Manche Individuen wählen freiwillig den Rückzug von der Gesellschaft andere werden ausgegrenzt wegen ihrer „Andersartigkeit“. In der Realität gibt es sehr viele einsame Menschen die es sich anders gewünscht hätten. Ich denke dabei an die vielen Single-Haushalte, alleinerziehende Mütter und Väter oder ältere Menschen ohne Kontakt zur Familie.

In der Zeit der Coronapandemie sind die Zahlen der depressiven Menschen gestiegen, kein Zufall sondern der direkte Zusammenhang zwischen der Abgrenzung zur Außenwelt und dem Gefühl der Einsamkeit und Unsicherheit.

Lösungsansatz: Sei selbst ein hilfsbereiter Mensch und schaffe dir ein unterstützendes Umfeld.

Wir können uns gemeinsam ein unterstützendes Umfeld schaffen, uns in kleinen Gemeinschaften zusammentun, wie z.B. in einer Nachbarschaft. Dort unterstützen wir den Bäcker und den Supermarkt nebenan, leihen uns Werkzeuge und tauschen überschüssige Lebensmittel aus.

Lösungsansatz: Sei offen für neue Projekte und andere Menschen.

Manchmal träume ich davon einen Lebenshof zu eröffnen und diesen mit einem Kindergarten und einem Altersheim zu verbinden. Tiere dürfen dort alt werden ohne zum Schlachter zu müssen, die Senioren kümmern sich um die Tiere und lesen den Kindern vor. Alle Kinder bekommen so genug Aufmerksamkeit, Liebe und gratis Großeltern oben drauf! Solche generationsübergreifenden Projekte werden bereits getestet, mit guten Erfolgen. Was könnte dein soziales Projekt werden?

2. Sinnvolle Arbeit

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Das Gefühl von anderen wertgeschätzt und respektiert zu werden ist ein weiteres Grundbedürfnis, das natürlich auch in der täglichen Arbeit gestillt werden möchte. Laut Autor Johann Hari gehen nur 13 % der Beschäftigten einer Arbeit nach die sie als sinnvoll erachten. Eine sinnvolle Arbeit sieht bestimmt für jeden etwas anders aus. Hätten wir ein Grundeinkommen, müssten die Menschen nicht um jeden Preis eine Arbeit annehmen, die Arbeitgeber müssten sich Mühe geben die Arbeitsplätze menschenwürdig zu gestalten. Beim Thema bedingungsloses Grundeinkommen, kommen immer Ängste hoch. Wie soll das ein Staat finanzieren? Werden die Menschen dann überhaupt noch arbeiten wollen oder das Geld in Alkohol und Drogen setzen? In einigen Ländern wurde das System Grundeinkommen bereits getestet, mit guten Ergebnissen. Wenn alle Sozialleistungen wegfallen und stattdessen jeder den selben Betrag im Monat zur Verfügung hat, dann wird das Geld gerecht verteilt. Bedingungsloses Grundeinkommen würde Zukunftsängste mindern und Stress abbauen.

Lösungsansatz: Bedingungsloses Grundeinkommen

Mit einem Grundeinkommen, können Menschen sich sinnvolle Arbeit suchen. Sorglos eigene Projekte und Firmen starten oder sich um Familienangehörige kümmern. Es klingt heute noch wie eine Utopie, doch kann schon in den nächsten Jahren Realität werden. Grundeinkommen gibt uns eine Atempause, in der wir unsere Situation und unsere Wünsche überdenken können und weise Entscheidungen für unser Leben treffen können. Weiter unten schreibe ich nochmal ausführlicher über das Konzept Grundeinkommen.

Lösungsansatz: Wähle deinen Chef oder arbeite in einer kooperativen Arbeitsumgebung ohne Vorgesetzten.

Wenn den Menschen mehr Verantwortung über ihre Arbeit übertragen wird und ihr Gehalt davon bestimmt wird ob sie sich wirklich einbringen, dann erweitert sich der Wirkungskreis des Einzelnen. Fachbereich übergreifend werden Ideen ausgetauscht, weil jeder an dem Erfolg des Unternehmens interessiert ist. Aufeinmal ist es ein Business, bei dem nicht nur die Obersten das meiste Geld abschöpfen, sondern jeder am Gewinn beteiligt ist. Der Mensch bekommt dadurch das Gefühl ein selbstbestimmtes Leben zu leben. So ein Business braucht nicht unbedingt einen Chef und wenn doch, dann kann dieser von der Gemeinschaft demokratisch gewählt werden. Nicht für jeden wird ein kooperatives Projekt oder die Arbeit ohne Chef erfüllend sein, das ist letztendlich Typsache. Manche Menschen brauchen eher klare Strukturen und fühlen sich in einem klassischen Angestelltenverhältnis besser aufgehoben. Was für dich passt, darfst du im Laufe deines Lebens herausfinden.

Was zählt ist, dass du weißt wie wichtig du bist als Einzelner für das gesamte System. Jeder sollte das Gefühl kennenlernen dürfen etwas sinnvolles zum Wohle der Gemeinschaft beizutragen.

3. Sinnvolle Werte

Lebe nach deinen wahren Werten und werde glücklicher
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Sinnvolle Werte was bedeutet das? Viele Menschen sind sich ihrer Werte nicht bewusst oder haben die falschen Werte. Sie jagen Status, Macht und Geld um jeden Preis hinterher. Dabei wertschätzen sie nur materielle Dinge und verpassen dabei das wirklich Wichtige im Leben. Schau dir deine Taten an, sie spiegeln deine Werte wider. All deine Taten haben Auswirkungen in deinem oder im Leben eines anderen.

Frage dich:

  • Was schätze ich an Menschen?
  • Wie möchte ich selbst behandelt werden?
  • Wenn du ein Mann bist: Wie möchte ich, dass meine Frau, Freundin oder Tochter behandelt wird?
  • Was war mir als Kind wichtig? Welche Bedürfnisse wollte ich erfüllt haben?

Wenn du diese Fragen so durchgehst, was kommen für Gedanken auf? Schätzt du Ehrlichkeit bei Menschen? Dann sei ehrlich zu dir und anderen. Möchtest du fair behandelt und fair bezahlt werden? Dann kaufe Fairtrade Kleidung und Lebensmittel. Möchtest du als Mann dass deine Frau, Freundin, Tochter gleichberechtigt behandelt werden wie Männer? Dann setzte dich für die Gleichberechtigung ein.

Es gibt so viele mögliche Werte die wichtig für dich sein könnten: Liebe, Zeit, Ehrlichkeit, Fairness, Treue, Loyalität, Frieden, Verlässlichkeit, Achtsamkeit, Sicherheit, Freiheit, Kreativität, Weiterentwicklung, Respekt, Vertrauen, Ruhe, Gesundheit, Erfolg, Toleranz, Unabhängigkeit, Hilfsbereitschaft, Familie, Humor etc.

Was erachtest du als wertvoll und erstrebenswert? Wenn du nach deinen wahren inneren Werten lebst, wirst du automatisch glücklicher werden.

4. Weniger Sachen mehr Liebe

Materialismus kann zu Depressionen führen
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Materialismus – dieses Wort beschreibt sehr gut, was in unserer Gesellschaft größtenteils schief läuft. Es zählt welche Kleidung du trägst, welches Auto du fährst oder wie groß dein Haus ist. Wir geben viel Geld für Dinge aus, die wir nicht brauchen, nur um Eindruck bei Leuten zu schinden die wir nicht mögen. Durch die nächste Shoppingtour holen wir uns ein Glücksgefühl, doch das schnelle Hoch verfliegt rasch. Letztendlich kann es das tieferliegende Loch in uns nicht füllen.

Frage dich:

  • Für was gebe ich Geld aus? 
  • Was bedeutet mir wirklich etwas?
  • Wie ändert sich mein Leben, wenn ich es nach meinen wahren inneren Werten ausrichten würde?

Wir wünschen uns nichts sehnlicher als langfristige Zufriedenheit. Doch wie können wir dieses Gefühl in unser Leben ziehen? Die Frage ist, worauf du am Ende deines Lebens zurückschauen wirst. Auf die Dinge die du angesammelt hast, die eigentlich nicht lebendig sind und nur in Kisten verstauben? Oder wirst du auf die Erinnerungen mit Freunden, der Familie und der Gemeinschaft zurückblicken? Versuche deine (Lebens-) Zeit mit mehr Liebe anstatt mit Dingen zu füllen. Verbringe mehr Zeit mit Menschen die dir gut tun und finde heraus welche Beschäftigungen dir wahre Freude bereiten.

5. Mitfühlende Freunde und die Überwindung der Selbstsucht.

Kennst du diese Freunde, die nur da sind wenn es dir gut geht oder es irgendwas kostenlos gibt? Das sind keine richtigen Freunde, was du brauchst sind Freunde die auch da sind wenn es dir schlecht geht. Das sind Menschen die zumindest ansatzweise versuchen dich zu verstehen oder Menschen die das Gleiche durchgemacht haben wie du. Eine Freundschaft kann und soll natürlich keinen Therapeuten ersetzen, dennoch ist es wichtig sich ein unterstützendes Umfeld aufzubauen.

Lösungsansatz: Tausche dich in Selbsthilfegruppen, Therapiegruppen, mit Freunden und der Familie aus.

Du kannst z.B. Selbsthilfegruppen für dein persönliches Problem aufsuchen, dort findest du Menschen die sich mit dir auf einem ähnlichen Weg befinden und gemeinsam könnt ihr nach Lösungen suchen. Halte Ausschau nach diesen Menschen die dir gut tun und die für dich da sind. Gib nicht auf, diese Menschen existieren auch für dich!

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Neid ist ein Gefühl unter dem viele leiden – auch wenn sie es nicht gerne zugeben

Neid und die Sucht danach hauptsächlich die eigenen Bedürfnisse zu stillen macht uns unglücklich. Wir sind es gewohnt uns mit anderen zu vergleichen. Bereits als Kinder lernen wir, das Leben sei ein Kampf um knappe Ressourcen, deswegen sehen wir die anderen als Konkurrenz und deren Glück als Bedrohung. Dabei sind wir alle Individuen und führen ein unterschiedliches Leben. Hast du schon mal überlegt, vielleicht gibt es da draußen jemanden der dich beneidet. Kinderlose beneiden vielleicht Mütter und Väter. Mütter beneiden auch mal Frauen die kinderlos sind und sich so mehr ihrer Freizeit und ihrer Karriere widmen können. Singles beneiden Pärchen und andersherum genauso! Fühlst du dich wohl, wenn andere dich beneiden? Nicht wirklich oder? Wenn wir es schaffen uns für andere zu freuen und dieses Glück zu teilen, werden wir selbst um einiges glücklicher.

Lösungsansatz: liebevolles Mitgefühl kultivieren

Wenn du es schaffst liebevolles Mitgefühl zu kultivieren und dich für andere Menschen zu freuen, dann wird sich dein Neid verringern und du kannst mehr Glück im Leben empfinden. Meine Empfehlung ist, mache regelmäßig die Metta-Meditation der liebevollen Güte. Nacheinander visualisierst du Menschen, denen etwas Gutes widerfährt und versuchst dich aufrichtig für sie zu freuen. Beginne langsam und starte mit einem geliebten Menschen, dann gehst du einen Schritt weiter und visualisierst das Glück eines Unbekannten. Jetzt wird es schon schwieriger, denn dann visualisierst du einen Menschen, den du nicht magst und freust dich auch über dessen Glück. Wiederhole die Übung 15 Min. jeden Tag, steigere dich langsam. Das Gefühl der Liebe kann sich verstärken, indem du deine Handflächen auf dein Herz legst.

Lösungsansatz: Negative Reize reduzieren

Versuche die Reize für negative Gedanken reduzieren, schalte die Werbung im Fernsehen weg, verbringe weniger Zeit in Social Media beziehungsweise folge nur Accounts die dich sinnvoll inspirieren.

6. Viel Zeit in der Natur

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Sind wir mal ehrlich, die meiste Zeit verbringen wir doch in unseren vier Wänden oder am Arbeitsplatz und das umgeben von viel Beton. Der moderne Mensch hat sich überwiegend von der Natur entfremdet. Dadurch, dass wir uns von der Natur abschneiden, werden unsere Angst und Depression nur noch stärker. In der Natur vergessen wir oft unsere Probleme, weil wir uns auf die schönen Dinge am Wegesrand konzentrieren oder durch die Mächtigkeit der Berge und Seen beeindruckt werden. Die Farbe Grün beruhigt nachweislich unser Gehirn. Ich bin dafür, dass wir auch in Städten dafür sorgen, unsere Umgebung so grün und natürlich wie möglich zu gestalten.

Lösungsansatz: Schaffe dir eine grüne Umgebung.

Suche dir eine Wohngegend in der Nähe eines Parks oder Waldgebiets aus. Kaufe dir viele Zimmerpflanzen. Gehe so häufig wie möglich nach draußen. Suche dir ein Hobby, das draußen stattfinden kann, wie z.B. Radfahren, Schwimmen, Yoga oder Schneeschuhwandern.

Lösungsansatz: Mach deine Hände schmutzig.

Was schafft noch mehr Verbundenheit mit unserer Erde und Dankbarkeit für die eigenen Lebensmittel? Gärtnern! Wenn du gerne mal deinen grünen Daumen trainieren möchtest aber keinen Garten hast, dann kannst du auch eine kleine Fläche von einer Lebensmittelkooperation mieten. Oder du fängst erstmal klein an und baust ein paar Küchenkräuter auf dem Fensterbrett an.

7. Eine sichere Zukunft

Klimakrise Demonstration, unsichere Zukunft der jungen Generation
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Zukunftsangst hatte jeder Menschen mindestens einmal im Leben. Nun hat die junge Generation von heute meist keinen Krieg erlebt aber dafür haben sie mit anderen Problemen zu kämpfen. Sie fragen sich ob es überhaupt noch sinnvoll ist, Kinder in eine Welt zu setzen, deren Ressourcen kein weiteres Wachstum der Menschheit zulässt. Zumindest nicht, wenn wir nicht lernen deutlich nachhaltiger zu leben.

Ein weiteres Problem stellt der Arbeitsmarkt dar. Unsere Eltern hatten oft einen Arbeitgeber bis zum Ende ihres Lebens, ein 13. Monatsgehalt und manche sogar Betriebsrente. Heute steht eher ein stetiger Wechsel des Arbeitgebers, befristete Arbeitsverträge, unbezahlbare Wohnräume und eine unsichere Wirtschaftslage an der Tagesordnung.

Zudem ist es schwierig für Frauen mit Kindern in den Job zurückzukehren aber auch kinderlose Frauen im gebärfähigen Alter werden bei guten Jobangeboten gerne mal „übersehen“, das Risiko einer Schwangerschaft ist den Arbeitgebern einfach zu hoch. Erschöpfung und Druck wächst von Jahr zu Jahr. Dieser unstete Alltag belastet viele Menschen.

Lösungsansatz: Grundeinkommen statt Wohlfahrtsstaat.

Bedingungsloses Grundeinkommen, bei diesen Worten stellt sich die Frage: Aber werden dann nicht alle faul, wenn sie einfach Geld bekommen? Im Gegenteil, ein Experiment aus Kanada zeigt, welche positiven Auswirkungen Grundeinkommen auf die Gesellschaft haben kann: Sicherheitsempfinden und Entspannung stieg an, es blieb mehr Zeit für eine gute Entscheidungsfindung, vor allem die Frauen blühten in dieser Zeit auf, mehr Zeit für die Kindererziehung (auch für Väter), die Anzahl der Weiterbildungen und Studienabschlüsse erhöhten sich, Arztbesuche gingen zurück, mehr Jugendliche erhielten einen Schulabschluss. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, die Süddeutsche schreibt über mehrere Experimente und Studien zum Grundeinkommen.


Lösungsansatz: Klimanotstand jetzt!

Wird Deutschland in 20 Jahren zur Hälfte unter Wasser stehen weil die Gletscher (z.B. Thwaites-Gletscher) in der Antarktis schneller schmelzen als gedacht? Haben wir bald kaum noch Obst und Gemüse in den Supermärkten, weil wir die Bienen zum größten Teil ausgerottet haben? Jeder kann etwas zum Umweltschutz und zur Klimarettung beitragen. Bei jeder politischen Wahl, Wahl des Verkehrsmittels, Wahl der Ernährung müssen wir unbedingt die Zukunft der jungen Generationen im Auge behalten. Damit auch die jungen Menschen nachts ruhig schlafen können und eine sichere Zukunft haben auf diesem Planeten. Inspirationen zu klimafreundlichen Entscheidungen liefert dieser Artikel: 7 Tipps um jeden Tag zum Earth Day zu machen.

8. Befreiung von Traumata und PTBS

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Dein Körper gibt dir Signale

Ein Kindheitstrauma erhöht die Wahrscheinlichkeit im Erwachsenenalter an Ängsten und Depressionen zu leiden. Die einzige Möglichkeit hier Abhilfe zu schaffen ist deinen Schmerz anzuerkennen, lausche ihm, würdige ihn, erst wenn du seine wahre Ursache kennst kannst du ihn überwinden.

Befreiung von Schamgefühlen

Kindheitstraumata und aber auch traumatische Erlebnisse im Erwachsenenalter hinterlassen Wunden die Menschen oft ein Leben lang begleiten. Missbrauchsopfer beispielsweise leiden oft unter Schamgefühlen. Scham wird dann oft auch noch begleitet von Schuldgefühlen. Eine Psychotherapie kann hier helfen. Auch Körpertherapie findet in der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch immer mehr Anwendung. Eigentlich eine logische Schlussfolgerung, denn die Erfahrungen und Erinnerungen werden ebenfalls im Körper gespeichert.

Therapiemöglichkeiten von Angstzuständen und Depressionen

Eine Psychotherapie oder eine kognitive Verhaltenstherapie kann gute Ergebnisse erzielen bei Depressionen. Ich persönlich halte eine komplett kopflastige Herangehensweise als zu einseitig, oftmals stecken tieferliegende Traumata hinter einer Depression, die sich bereits körperlich als Krankheit manifestiert haben und deswegen zusätzlich mit Körpertherapie behandelt werden sollten. Auch eine regelmäßige Meditationspraxis kann sich regulierend auf den Organismus auswirken oder einen anderen Blickwinkel schaffen.

Deine Depression geht alle etwas an. 

Wenn wir uns jetzt nicht den tieferen Ursachen von Depressionen und Ängsten annehmen, wird sich die mentale Gesundheit in unserer Gesellschaft weiter verschlechtern und schlimmsten Falls die Zahlen der Selbstmorde größer werden.

Depressionen sind ein kollektives Problem. Wir müssen unsere gesellschaftlichen Normen überdenken, unsere Arbeitswelt nach menschlichen Bedürfnissen ausrichten, Städte grüner machen, Wohnungen wieder bezahlbar machen und vor allem Angebote für seelische und psychische Hilfe erhöhen und schnell verfügbar machen.

Buchempfehlung

Johann Hari – der Welt nicht mehr verbunden* (Die wahren Ursachen von Depressionen – und unerwartete Lösungen)

Bitte wende dich bei suizidalen Gedanken an deine Freunde, Familie oder die anonyme Telefonseelsorge.

Telefonnummer der deutschen Seelsorge:
0800 / 111 0 111

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Hier findest du eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland: suizidprophylaxe.de

Dein Schmerz ist eine Botschaft, er sagt dir dass etwas schief läuft in deinem Leben. Er möchte, dass du auf die Suche nach seiner wahren Ursache gehst. Alles Liebe

Viele der hier aufgeführten Ideen stammen aus dem Buch: Johann Hari – Der Welt nicht mehr verbunden*,


Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei helfen sich selbst zu heilen.

Für den Inhalt des Artikels ist ausschließlich der Autor verantwortlich.


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