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5 Vorteile eines veganen Lebensstils. So nachhaltig ist der Veganismus

Seit November 2015 lebe ich vegan und es gab damals einen Auslöser, der alles ins Rollen gebracht hat: Meine Motivation die Umwelt zu schützen. Während meiner 4-wöchigen Testphase habe ich viel recherchiert und auch entdeckt, dass mir Tiere doch eigentlich schon immer am Herzen lagen. Ich wollte keinen Unterschied mehr zwischen Nutz- und Haustieren machen. Bei meiner Recherche zum Thema Veganismus bin ich auf noch mehr unglaubliche Fakten gestoßen, die mir die Kraft und den Willen geschenkt haben mein Leben für immer zu verändern. Ich bin gespannt ob du diese Fakten auch schon kennst.

1. Veganismus spart Wasser ein

Ein veganer Lebensstil kann sehr viel Wasser einsparen.
Photocredits: Michael Weibel, unsplash

Der direkte Wasserverbrauch eines deutschen Durchschnittsbürgers liegt bei 120 Litern pro Tag und Kopf. Doch viel wichtiger ist der indirekte Verbrauch. Jedes Lebensmittel hat einen sogenannten Wasserfußabdruck, der angibt wieviel Wasser bei der Herstellung für dieses Lebensmittel angefallen ist. Der durchschnittliche Wasserverbrauch für die Nahrungsmittelherstellung liegt in Deutschland laut WWF pro Kopf bei etwa 5.288 Litern pro Tag. Nach einer europäischen Studie sinkt der Wasserverbrauch je gesünder und je weniger Fleisch konsumiert wird. Doch vegan leben bedeutet für die meisten Menschen nicht nur auf tierische Lebensmittel zu verzichten, sondern auch keine tierischen Produkte mehr zu kaufen, wie Lederschuhe, Lederjacken oder Pelzmäntel. Auch hier ist der Wasserverbrauch hoch. Bei Verarbeitung von einer Tonne Tierhäute werden etwa 20.000 bis 80.000 Liter Wasser verbraucht.

Beim Water Footprint Network kannst du mit einem Wasser-Rechner deinen ganz persönlichen Wasserfußabdruck bestimmen. Möchtest du Wasser sparen ist es auch wichtig regional und saisonal zu Essen und das Gemüse und Obst zu bevorzugen, das keine weiten Flug- oder Schiffsreisen hinter sich hat. Eigentlich ist es logisch, um Fleisch, Fisch, Eier und Kuhmilch zu produzieren werden viele Ressourcen benötigt. Wasser ist nur eine davon.

2. Wer vegan lebt braucht weniger Anbaufläche für sein Essen und vermeidet so Waldrodung

Wer vegan lebt braucht weniger Anbaufläche für sein Essen und vermeidet so Waldrodung.
Photocredits: Gryffyn m., unsplash

Für den Sojaanbau werden im Amazonas jeden Tag Fussballfeld-große Waldflächen gerodet, um Anbaufläche zu schaffen. Doch nicht etwa für den menschlichen Verzehr oder zur Herstellung von Tofu oder Tempeh. Dieses Soja geht zu rund 75% in die Tiermast. (Quelle) Auch Tiere in Europa werden mit genmanipuliertem Soja aus Südamerika versorgt. Wollen wir wirklich das Steak essen, das die Lunge unserer Erde zerstört? Je weniger CO2 durch die Bäume abgebaut und O2 produziert wird, desto schneller kann der Klimawandel voranschreiten. (Quelle)

Der WWF listet einige ökologischere Futtermittelalternativen auf, um Sojaimport und dessen Auswirkungen auf den Klimawandel zu stoppen. Doch weil wir bereits einer Klimakatastrophe entgegensteuern und die Erderwärmung keinesfalls die 1,5 Gradmarke überschreiten sollte, ist die vegane, regionale und saisonale Ernährung die beste Lösung.

3. Vegan leben verbraucht weniger Getreide. Wir könnten gemeinsam den Welthunger besiegen.

Vegan leben verbraucht weniger Getreide. Wir könnten gemeinsam den Welthunger besiegen.
Photocredits: Raphael Rychetsky, unsplash

Laut der Welthungerhilfe leiden derzeit 821 Millionen Menschen unter Hunger, das macht ungefähr 11% der Weltbevölkerung aus. Nicht nur der Klimawandel macht viele Gegenden unbewohnbar und nicht mehr für den Ackerbau verwendbar, auch die Ernte wird ungerecht verteilt. 90% der weltweiten Sojaernten und 25% des Getreides werden als Futter für Nutztiere verwendet. Davon kommt der Großteil aus den ärmsten Ländern dieser Welt.

Nach einer Berechnung des UN-Umweltprogramms könnten die Kalorien, die bei der Umwandlung von pflanzlichen in tierische Lebensmittel verloren gehen, theoretisch 3,5 Milliarden Menschen ernähren.

78% der Eiweißfuttermittel für die europäische Massentierhaltung werden importiert. (Quelle S.7) Wir transportieren z.B. Getreide von Afrika nach Deutschland um unser Vieh zu mästen und vor Ort verhungern die Menschen. Als die privilegierten reichen Bürger dieser Erde können wir nicht mehr so tun als würde sich alles nur um uns drehen. Jede unserer Handlungen hat Einfluss auf Menschenleben irgendwo da draußen. Ob du dir nun ein Fast Fashion T-Shirt kaufst, einen Burger aus Fleisch oder stattdessen vegan und nachhaltig lebst macht einen gewaltigen Unterschied für das Wohl aller.

Veganismus bekämpft den Welthunger
Photocredits: Ben White, unsplash

Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierart fünf bis dreißig pflanzliche Kalorien benötigt um die Tiere zu füttern. Für eine Kalorie aus Rindfleisch benötigt man 10 Kalorien aus Getreide, das heißt 90 Prozent der Nahrungsenergie bleiben also auf der Strecke. (Quelle S.6)

1 Kalorie in Getreide wird zu 1 Kalorie in Brot – 1:1.
Für 1 Kalorie aus Rindfleisch benötigt man 10 Kalorien aus Getreide – 1:10.

Du fragst dich jetzt vielleicht zurecht, Getreide sind Kohlenhydrate und Fleisch sind Proteine, wo bekomme ich also mein Protein her? Pflanzen liefern ebenfalls Proteine, auch wenn vielleicht in etwas geringerer Menge. Tofu kann gut mit Fleisch mithalten und die heimische Süßlupine weist sogar ein optimales Fettsäurenprofil auf! Schau dich gerne mal zur Inspiration bei unseren proteinreichen Rezepten um!

4. Der Veganismus rettet unzählige Tierleben

Der Veganismus rettet unzählige Tierleben.
Photocredits: Ramiro Martinez, unsplash

45 Mio. männliche Küken werden jährlich allein in Deutschland geschreddert, weil sie für die Eiindustrie nicht nutzbringend sind. Kälber werden lediglich produziert und dann getötet, weil der Mensch gerne Kuhmilch trinkt. Für Pelze werden Füchse, Nerze und sogar Hunde auf kleinstem Raum, in erbärmlichen Zuständen gehalten und zum Teil sogar lebendig gehäutet. Für die Nutztiere sind die meisten Menschen Monster. Auch der Planet leidet unter uns, wir machen ihn krank und er will uns abschütteln wie einen Virus. Wir fragen uns ernsthaft, warum kein Frieden auf der Erde herrscht – wenn nicht mal Friede auf unserem Teller herrscht, wie soll dann jemals Friede unter den Menschen aufkommen? Zu dieser Erkenntnis bin ich gekommen nachdem ich „Peace Food*“ von Dr. Rüdiger Dahlke gelesen hatte.

5. Vegan leben erzeugt weniger Treibhausgase

Vegan leben erzeugt weniger Treibhausgase
Photocredits: Jo Anne Mc Arthur, unsplash

Die Viehwirtschaft und ihre Lieferketten sind jährlich für den Ausstoß von 7,1 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent verantwortlich. Hauptquellen sind durch die Verdauung von Wiederkäuern entstehende Emissionen, Gülle, die Futtermittelproduktion und Landnutzungsänderungen. Etwa zwei Drittel der Emissionen entfallen auf die Rinderhaltung (Rindfleisch, Milch), vor allem aufgrund des Ausstoßes von Methan. (Quelle S.4)

Die Viehzucht verursacht laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 14,5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Der durchschnittliche Deutsche kommt auf etwa 11 Tonnen Treibhausgase im Jahr. Wer vegan lebt, spart jedes Jahr den Ausstoß von zwei Tonnen Treibhausgasen ein, darunter 670 Kilogramm CO2. (Quelle)

Hast du nach diesen Infos auch Lust und die Motivation den Veganismus einfach mal auszuprobieren? Hier zwei tolle Programme die dir helfen werden.


Im Januar einfach mal vegan leben:
veganuary

Jederzeit möglich, das 4-Wochen-Vegan-Programm von PETA:
veganstart.de

Viel Spass bei deinem Vegan-Experiment! Wenn du wissen möchtest, wie ich mich nach dem ersten Jahr als Veganerin gefühlt habe, dann ließ dir diesen Artikel durch: Mein erstes Jahr als Veganerin – Ein ehrlicher Rückblick.


Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.

Für den Inhalt des Artikels ist ausschließlich der Autor verantwortlich.


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