Ernährung Sandra Strixner

Der Streit um das Wort „Milch“ – warum Sojamilch und Hafermilch ihren Namen abgeben sollen.

Der Namensstreit um das Wort Milch ist so absurd – ich würde lachen, wenn es nicht so traurig wäre was hier gerade passiert.

Sandra Strixner, Gesundheitsberaterin und Gründerin des Brain Food Magazins

EU Änderungsantrag 171: Es wird ein Bezeichnungsschutz für Milch und Milchprodukte beantragt. Es drohen etliche neue Verbote für Hersteller von Milchalternativen, Käsealternativen und pflanzlicher Butter. Was sie erwartet, wenn der Gesetzesänderung zugestimmt wird und was das neue Gesetz beinhalten würde haben wir vom Brain Food Magazin für dich recherchiert.

Die Bezeichnung „Milch“ soll nur für Kuhmilch erlaubt sein, mit ein paar seltsamen Ausnahmen.

Getränken aus Reis, Hafer oder Soja soll es verboten werden, das Wort „Milch“ im Namen zu tragen. Denn diese Bezeichnung soll nun nur noch für Kuhmilch erlaubt sein. Wir fragen uns ernsthaft, ob die Hersteller von Scheuermilch und Sonnenmilch in Zukunft ihre Namen behalten dürfen oder auch Angst haben müssen verklagt zu werden. Kokosmilch soll eine Ausnahme bilden, denn es gibt eine Liste von Ausnahmen, die den Zusatz „Milch“ oder „Butter“ behalten dürfen, wie z.B. auch Erdnussbutter. Scheinbar sehr konsequent und durchdacht das Ganze.

Sauerteigbrot selbst machen
Foto: Julius Friedrich

Warte ab, denn das Theater um die Milch geht noch weiter.

Die Pflanzendrinks dürfen dann nicht mehr in „Milchverpackungen“ sprich dem typischen TetraPaks verkauft werden. Ich frage mich ernsthaft, ob die Milchlobby nicht auch die braunen Glasflaschen für sich reserviert haben und was den veganen Herstellern bei Durchsetzung dieses irrwitzigen Antrags überhaupt noch übrig bleibt. Vielleicht müssen Pflanzendrinks dann zukünftig in Sektflaschen verkauft werden. Ob sich dann die Alkoholhersteller beschweren, weil diese Verpackung für ihre Industrie reserviert ist?

Tierische Milch vs. pflanzliche Milch – welche ist klimafreundlicher?

Eines der Hauptargumente von tierischer Milch auf Pflanzendrinks umzusteigen, ist der Klimaschutz. Denn sie verbrauchen im Schnitt wesentlich weniger Ressourcen als Kuhmilch. Doch diesen durchaus sinnvollen Verkaufsgrund dürfen die Hersteller nicht mehr nennen, sobald der Antrag abgesegnet ist. Angaben zum Klimafußabdruck im Vergleich zu Kuhmilch zu machen, wäre für Pflanzendrinkhersteller somit nicht mehr erlaubt. Für mich ist das ein Verschleiern von Tatsachen und ein eindeutiger Hieb gegen die Konkurrenz. Der Kunde hat ein Recht auf solche Informationen. Ich würde sogar soweit gehen und eine Klimaampel für Lebensmittel einführen, damit wir alle wissen wie hoch der CO2 Fußabdruck der Milch, Butter oder der Avocado ist.

Kuhmilch im Vergleich zu pflanzlichen Milchalternativen

Foto: Brain Food Magazin

Wie die Milchindustrie versucht sich verzweifelt zu retten

Unsere Sprache scheint wohl auch vollkommen von der Milchindustrie in Beschlag genommen zu sein, denn die wollen uns vorschreiben wie wir ab sofort unsere Getränke beschreiben dürfen. Vergleiche auf den Verpackungen von pflanzlichen Milchprodukten wie „sahnige Konsistenz“, „käsiger Geschmack“ oder „Käsealternative“ sollen nicht mehr erlaubt sein. Ob „schmeckt wie Käsefüße“ davon auch betroffen ist, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Selbst die wichtige Info „laktosefrei“ für Menschen mit Laktoseintoleranz wäre dann nicht mehr erlaubt.

Wer steckt hinter dem EU Änderungsantrag 171?

Bauernverbände befürchten, dass ihre Produkte nicht mehr gekauft werden und Verbraucher durch die pflanzliche Milch getäuscht werden. Meiner Meinung nach haben Verbraucher natürlich das Recht auf Aufklärung doch ich denke kein Mensch mit gesundem Menschenverstand versteht nicht den Unterschied zwischen Kuhmilch und Sojamilch. Die Wahrheit ist, die Milchindustrie ist so eingeschüchtert von der Konkurrenz, dass sie hoffen sich mit diesem Gesetz retten zu können. Wenn der EU Änderungsantrag 171 genehmigt würde, wäre das eine Zensur für vegane Hersteller und die tatsächliche Täuschung des Verbrauchers. Eine klimafreundlichere Ernährung, darf meiner Meinung nach nicht durch dieses Gesetz boykottiert werden.

Wenn du auch dafür bist, dass eine einzelne Industrie nicht die Macht über so weitreichende Änderungen haben sollte, dann bitte unterschreibe die Petition gegen den EU Änderungsantrag 171. Im Frühjahr 2021 wird über den Antrag im EU-Parlament abgestimmt es ist also höchste Zeit für uns als Bürger unsere Stimme dagegen zu erheben.

Petition gegen den EU Änderungsantrag 171

Wenn du selbst vegane Milch oder veganen Käse herstellen möchtest, haben wir hier die passenden Rezepte für dich! In meiner Küche finden sich seit 2015 nur noch Milch, Butter und Käse aus Pflanzen. Ich teile hier auf dem Brain Food Magazin gerne mit dir leckere vegane Rezepte, die ich im Hinblick auf eine gute Gesundheit und eine hohe Nährstoffdichte erstellt habe.

Foto: Sandra Strixner

Wie du die eisen- und kalziumreiche Sesammilch in 5 Min. selbst machen kannst, erfährst du auf dem Brain Food Magazin.

Bitte bleib gesund und lass dich nicht von der Lebensmittelindustrie an der Nase herumführen.


Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei helfen sich selbst zu heilen.

Für den Inhalt des Artikels ist ausschließlich der Autor verantwortlich.