Fastenkrise vermeiden – auf was du achten solltest beim Fasten


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Fasten gilt als eine der ältesten Methoden zur Regeneration des Körpers. Studien zeigen, dass Fastenprozesse den Stoffwechsel verändern, den Blutzucker regulieren und Reparaturmechanismen im Körper aktivieren können. Dennoch erleben viele Menschen in den ersten Tagen eine sogenannte Fastenkrise – eine Phase mit körperlichen und mentalen Beschwerden.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich diese Phase deutlich abmildern oder sogar vermeiden, wenn du einige wichtige Dinge beachtest.

Was ist eine Fastenkrise?

Unter einer Fastenkrise versteht man eine Phase während einer Fastenkur, in der der Körper mit Beschwerden auf den Nahrungsverzicht reagiert. Typischerweise tritt sie zwischen dem zweiten und fünften Fastentag auf. 

Kopfschmerzen können auf eine Fastenkrise hinweisen

Typische Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schwindel
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Übelkeit
  • Schlafprobleme

Diese Symptome entstehen, weil sich der Stoffwechsel umstellt. Der Körper verbraucht zunächst seine Glukose- und Glykogenspeicher und beginnt anschließend, Energie aus Fett zu gewinnen (Ketose). 

Während dieser Anpassungsphase kann es zu einem vorübergehenden Energiemangel, Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt oder hormonellen Anpassungen kommen.

Warum kommt es zu einer Fastenkrise?

Mit guter Vorbereitung auf das Fasten kann eine Fastenkrise eher vermieden werden

Eine Fastenkrise hat meist mehrere Ursachen gleichzeitig.

1. Umstellung des Energiestoffwechsels

Zu Beginn des Fastens sinkt die Glukoseverfügbarkeit. Der Körper stellt von Zuckerverbrennung auf Fettverbrennung um. Diese metabolische Anpassung kann Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme verursachen. 

2. Flüssigkeits- und Elektrolytverlust

Beim Fasten verliert der Körper Wasser und Elektrolyte. Ein Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen, Schwindel und Schwäche auslösen. 

3. Hormonelle Veränderungen

Der Insulinspiegel sinkt und Stresshormone wie Cortisol können vorübergehend steigen. Das kann zu Reizbarkeit oder innerer Unruhe führen.

4. Koffein- oder Zuckerentzug

Wer vor dem Fasten regelmäßig Kaffee oder zuckerreiche Lebensmittel konsumiert hat, kann zusätzlich Entzugssymptome wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit erleben. 

Fastenkrise vermeiden – 7 wichtige Tipps

1. Bereite deinen Körper auf das Fasten vor

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend. Reduziere einige Tage vor dem Fasten:

  • Kaffee
  • Alkohol
  • Zucker
  • stark verarbeitete Lebensmittel

So vermeidest du Entzugssymptome während der Fastenphase.

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2. Trinke ausreichend

Während des Fastens solltest du mindestens 2–3 Liter Flüssigkeit täglich zu dir nehmen.

Geeignet sind:

  • Wasser
  • Kräutertee
  • ungesüßte Brühe

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann viele typische Beschwerden wie Kopfschmerzen verhindern.

Aus Kräutern oder Blüten kannst du deinen eigenen Tee herstellen. Wie zum Beispiel Löwenzahntee.

3. Achte auf Elektrolyte

Beim Fasten verliert der Körper Mineralstoffe wie:

  • Natrium
  • Kalium
  • Magnesium

Eine Gemüsebrühe oder eine leichte Mineralstoffzufuhr kann helfen, Schwindel und Müdigkeit zu vermeiden.

4. Plane ausreichend Ruhe ein

Fasten ist eine physiologische Belastung für den Körper.

Deshalb ist es sinnvoll:

  • Stress zu reduzieren
  • ausreichend zu schlafen
  • intensive körperliche Belastung zu vermeiden

Leichte Bewegung wie Spaziergänge ist dagegen förderlich.

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5. Vermeide zu hohe Erwartungen

Viele Menschen erwarten sofort mehr Energie oder mentale Klarheit. Doch der Körper braucht einige Tage zur Anpassung.

Eine kurze Phase mit Müdigkeit oder Leistungseinbruch ist normal.

6. Unterstütze deinen Körper mit sanften Maßnahmen

Folgende Methoden können helfen:

  • warmes Bad
  • leichte Bewegung
  • Atemübungen
  • Meditation

Diese Maßnahmen unterstützen das Nervensystem und helfen, Stress zu reduzieren.

7. Brich das Fasten richtig

Wenn Beschwerden sehr stark werden, kann es sinnvoll sein, das Fasten vorsichtig zu beenden.

Das Fastenbrechen sollte sanft erfolgen, zum Beispiel mit:

  • gedünstetem Apfel
  • Gemüsebrühe
  • leichter Gemüsesuppe 

Wann solltest du das Fasten abbrechen?

Kreislaufprobleme und anhaltende Übelkeit sind Indikatoren dafür, dass eine starke Fastenkrise im Gange ist.

In einigen Fällen ist es sinnvoll, das Fasten zu beenden oder ärztlichen Rat einzuholen, zum Beispiel bei:

  • anhaltendem Schwindel
  • starken Herzbeschwerden
  • Kreislaufproblemen
  • länger anhaltender Übelkeit

Fasten ist nicht für jede Person geeignet, insbesondere bei bestimmten Erkrankungen.

Fazit

Eine Fastenkrise ist kein Zeichen dafür, dass etwas „falsch läuft“. Sie ist meist ein Hinweis darauf, dass sich dein Stoffwechsel gerade umstellt.

Mit einer guten Vorbereitung, ausreichend Flüssigkeit und einem bewussten Umgang mit deinem Körper kannst du diese Phase jedoch deutlich abmildern – oder sogar ganz vermeiden.

Fasten sollte immer achtsam und individuell angepasst erfolgen. Wenn du auf die Signale deines Körpers hörst, kann es eine wertvolle Erfahrung für Gesundheit und Wohlbefinden sein.

Hier findest du verschiedene Fastenarten und erfährst mehr über die positiven Effekte von Hunger.

Sandra Strixner Gründerin des Brain Food Magazin und ganzheitliche Gesundheitsberaterin.

Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.

Titelbild: kinga-howard-FVRTLKgQ700-unsplash