Ernährung Sandra Strixner

Das Osterlamm – woher kommt die Tradition?

Zu Ostern ein Osterlamm: Das gehört für viele zur Tradition. Ob als Lammbraten, Lammhaxe, als Schokoladentier oder als Kuchenform, das Osterlamm ist fest in unserer Kultur verankert. Aber warum?

Das Osterlamm kommt aus dem Christentum

Laut Bibel hat Jesus den Verrat von seinem Jünger Judas ertragen, hat sich den Anschuldigungen der Römer gestellt und ohne Gegenwehr foltern und kreuzigen lassen. Es gibt auch den Spruch:“Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird“. Weil Lämmer sich angeblich bei der Schlachtung genauso wenig wehren, wie Jesus einfach die Kreuzigung über sich ergehen hat lassen. Ich würde den Vergleich tatsächlich noch weiter ziehen, weil Lämmer genauso unschuldig hingerichtet werden, wie Jesus unschuldig hingerichtet wurde.

Jesus wird in der Bibel auch als „Lamm Gottes“ bezeichnet, „das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Johannes 1,29). Er opferte sich stellvertretend für alle Menschen und soll sie so erlöst haben. Das Osterlamm repräsentiert für die Christen diese Erlösungstat.

In den Anfängen des christlichen Glaubens war es üblich, dass zum Osterfest ein Lamm geschlachtet wird und das Fleisch zur Weihe unter einen Altar gelegt wird. Das Lammfleisch wurde dann am Ostersonntag – dem Auferstehungstag Jesus – als Osterbraten und erste Mahlzeit nach der Fastenzeit gegessen.

Das Osterlamm heute

Auch wenn heute nicht jede christliche Familie selbst ein Lamm schlachtet, wird das dennoch häufig in Auftrag gegeben. Einige feiern das Osterfest noch immer mit der Zubereitung von Lammbraten oder Lammhaxen. Auch der geliebte Osterhase kommt als Hasenbraten häufig auf den Tisch zu Ostern.

Weniger archaisch ist die heutige Tradition des Backens eines Osterlamms in einer Kuchenform. Ein weiteres unblutiges Geschenk zu Ostern freut die Kinder sicher: Osterlämmer aus Schokolade gibt es mittlerweile häufig zu kaufen.

Foto: Yuliyafurman – Freepik.com

Was passiert mit den Lämmern?

Auf dem Brain Food Magazin wollen wir Bewusstsein für Ernährung schaffen und deshalb auch die Geschichte hinter dem „Lammbraten“ erzählen. Nur wenige Lämmer erreichen ihren ersten Geburtstag, sie werden noch im ersten Lebensjahr zum Schlachter gebracht. Wusstest du, dass ein Schaf eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren hat? Zumindest dann wenn es am Leben bleiben darf.

Das im Handel erhältliche Lammfleisch kommt von Milchlämmern – sie sind bei der Schlachtung zwischen zwei und sechs Monaten alt – und Mastlämmern , die zwischen sechs und 12 Monaten alt sind. Milchlamm heißen sie deshalb, weil sie im Alter der Schlachtung noch Muttermilch aufnehmen.

Foto: gemma-evans-nph59r9hkVg-unsplash

Das sind Lämmer die zur Schlachtung markiert wurden.

Die wenigsten Leute wollen ein „altes“ Schaf essen. Das durchschnittliche Alter bei der Schlachtung für Schafsfleisch beträgt zwei Jahre. Denn, je älter die getöteten Tiere sind desto intensiver und strenger ist das Fleisch im Geschmack. Deshalb ist besonders Lammfleisch begehrter als Schafsfleisch.

Das Opferlamm – eine barbarische überholte Tradition?

Ob du dieser Tradition des Schlachtens eines Lammes zu Ostern nachgehen willst liegt ganz an dir selbst. Nur weil etwas lange Zeit Tradition war, heißt es nicht dass es auch gut ist, dem weiter nachzugehen. Früher haben die Azteken opferten regelmäßig Menschenkinder, da sie annahmen, dass der Regengott Tlāloc die Tränen der Kinder benötigte. Manche Traditionen sind nicht nur überholt sondern auch moralisch verwerflich.

Ich habe dir hier ganz viele tierleidfreie Rezepte auf dem Brain Food Magazin zusammengetragen. In jedem Fall wünsche ich dir und deiner Familie ein frohes und friedvolles Osterfest!


Sandra Strixner

ist eine Genussweltenbummlerin die gerne neue Länder und Kulturen entdeckt. Rezepte auf Pflanzenbasis zu entwickeln lässt ihr Herz höher schlagen. Sie ist ein Green-Networker und beschäftigt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Ernährungslehre und Tierschutz. Als geprüfte Fachberaterin für holistische Gesundheit darf sie Menschen dabei begleiten sich selbst zu heilen.

Für den Inhalt des Artikels ist ausschließlich der Autor verantwortlich.


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