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Podcast Interview Sho Moskowitz – TRE Traumaheilung durch Körperübungen

Sho und ich begegneten uns in Thailand auf der Insel Koh Panghan. Sie gab einen TRE-Kurs an dem ich teilnahm. TRE ist eine noch sehr junge Technik, die es erst seit 9 Jahren gibt. Die Abkürzung steht für Tension and Trauma Releasing Exercises. Dabei werden Körperübungen durchgeführt und am Ende, in einer entspannten liegenden Position, Anspannung und Traumaerlebnisse durch zittern losgelassen. Die Technik basiert auf den Studien von David Berceli einem Psychotherapeuten, der Traumapatienten in Kriegsgebieten beobachtet und behandelt hat. Die Kinder zitterten, doch die Erwachsenen nicht. Das Abschütteln von schlechten Erlebnissen ist etwas Natürliches, doch als Erwachsene haben wir verlernt natürlich zu sein, verdrängen Erlebtes und werden dadurch nur starrer und immer unglücklicher. TRE kann hier ein Ansatz sein um wieder Balance in dein Leben zu bringen!

Das Interview mit Sho Moskowitz durfte ich auf Englisch führen. Dieser Artikel stellt die komplette deutsche Übersetzung dar. Viel Spass, beim Entdecken dieser neuen und doch so alten Technik des Zitterns. Hier kannst du dir die englische Original-Version des Podcasts anhören!

Sandra: Wie bist du zum Thema TRE gekommen? (Trauma und Stress Auflösungsübungen)


Sho: Gute Frage, ich interessiere mich im Allgemeinen für verschiedene Heilmethoden, die tatsächlich funktionieren, und sammle diese und unterrichte sie in meinem Retreat Zentrum: Karuna Detox. Ich persönlich habe auch Traumata erlitten. Ich glaube, dass die meisten von uns zu einem gewissen Grad davon betroffen sind, einige von uns mehr als andere. Meine Familie hat die Geschichte des Holocausts und damit wahrscheinlich etwas mehr Traumata als die meisten anderen. Das hat meiner Familie, den Müttern in meiner Familie und mir als Tochter echte Probleme bereitet. Daher war ich auf der Suche nach einer Methode Traumata aufzulösen, die direkt mit dem Körper zusammenarbeitete – es sollte etwas sein, das auf biologischer Ebene arbeitete. Dann bin ich auf TRE gestoßen und es fühlte sich so natürlich an und funktionierte wirklich! Für mich ist das Schöne an dieser Praxis, dass wir uns eigentlich nicht auf die Geschichte konzentrieren und auch nicht die Details des Geschehens. Wir wissen nur, dass etwas passiert ist, das zu der Zeit zu überwältigend war, um von uns vollständig verarbeitet zu werden und wir tragen diese Geschichte, diesen Stress immer weiter mit uns herum! Je zivilisierter wir sind, desto mehr tun wir dies. (lacht) Das ist das Komische, je mehr wir lernen, zivilisiert und weniger natürlich und animalistisch zu sein, desto mehr tragen wir unsere Spannung von einem Moment zum nächsten und zum nächsten, und werden so älter und härter und verkrampfter, wenn wir es wie zivilisierte Menschen machen (lacht)

Aber wenn wir es eher wie natürlich lebende Menschen tun, dann können wir von der Geburt bis zum Tod tanzen und singen und dabei fließend und fröhlich sein. Ein Trauma oder Schwierigkeiten lassen sich nicht vermeiden, doch mit TRE können wir es wieder ausbalancieren und loslassen. So nah wie möglich an dem Moment, in dem wir es aufgenommen haben. In TRE lernen wir, wie wir dies auf eine sehr langsame und sichere Art und Weise tun, die sehr stark mit unserer tatsächlichen Kapazität zusammenhängt, und nicht mit dem, was unser Gehirn für unsere Kapazität hält. Oft sind wir zu ehrgeizig und strebsam, sogar wenn es um das Thema Heilung geht. In TRE lernen wir, dass Langsamkeit, Stetigkeit und Häufigkeit die Schlüssel für einen gesunden, glücklichen und anpassungsfähigen Organismus sind.

Sandra: Genau das ist es, was wir hier mit dem Brain Food Podcast erreichen wollen: Das Gleichgewicht im Leben wiederfinden, unser inneres glückliches Kind finden und TRE ist definitiv hilfreich dabei. Ich habe vor zwei Tagen einen Workshop mit dir gemacht und fühlte mich von einigen meiner verstörenden Gefühle und Gedanken die ich hatte befreit. Was auch wirklich interessant ist, ist deine Geschichte. Du kommst ursprünglich aus Amerika. Wenn ich jedoch in deinen Pass schaue und all diese Stempel sehe, scheint es, als hättest du einen nomadischen Lebensstil. (lacht) Kannst uns etwas mehr über die Orte erzählen, an denen du warst und welche Orte mochtest du am meisten?

Sho: Für mich war jeder Ort, an dem ich war, wie mein Zuhause. Wenn Leute mich nach meinem Lieblingsplatz fragen, sage ich ihnen: Hier, wo ​​ich gerade bin, sonst wäre ich nicht da. Ich bin ursprünglich Amerikanerin, lebe in Großbritannien und meine Familie ist nach Israel eingewandert. Ich bin dort aufgewachsen. Danach habe ich vier Jahre lang an vielen verschiedenen Orten wie Japan oder Indien gelebt. Dort habe ich Yoga, Meditation und traditionelles karnatisches Singen studiert. Ich habe sogar mit einem Elefantenbaby gefrühstückt, wir hatten zusammen jeden Morgen Wassermelone, während ich in Indien lebte. Es war ein Teil meines Tagesablaufs, dieses Elefantenbaby zum Frühstück zu treffen. Es war unglaublich. Danach zog ich nach Spanien und gründete eine Gemeinschaft mit anderen Leuten und meinem zukünftigen Ehemann. Wir gründeten ein Rohkost-, Permakultur- und FKK- Ökodorf. Das war eine ziemliche Veränderung, nachdem ich in Indien gelebt hatte und seit vier Jahren meine Schultern und Knie nicht mehr gesehen hatte, weil es dort sehr traditionell zugeht. Ich lebte nicht in Goa, sondern in Mysore, wo traditionelle indische Lebensweisen vorherrschen, und zog dann nach Europa. Als ich schwanger wurde, entschloss ich mich irgendwohin hinzuziehen, wo ich mit der Welt teilen konnte was ich gelernt hatte aber gleichzeitig auch Fürsorge empfangen konnte. Das war sehr wichtig für mich, als ich als Mutter anfing ein Nest zu bauen, wollte ich an einem Ort sein, der gut für mich und mein Baby ist. Das sollte ein Ort sein an dem ich gleichermaßen Geben und Empfangen kann: Nahrung, Sicherheit, Kultur. Wo ich gelandet bin, war neben Dartmoor, das ist ein wunderschöner Ort in Devon Großbritannien, wo ich heute lebe. Für mich ist es Heimat, ich bin dort wirklich verwurzelt und ich habe dort länger gelebt als irgendwo anders. Es ist mein Zuhause, obwohl ich in Koh Phangan bin und mein Herz mehr mit Dartmoor verbunden ist, aber ich übe mich darin, mich mit dem Land zu verbinden, in dem ich gerade bin. Ich habe eine Weile gebraucht, aber ich habe mich in einer Übung mit dem Herzen dieser Erde unter mir verbunden und nun fühle mich auch hier zu Hause.

Sandra: Wunderschön. Zusammenfassend kann man sagen, du kannst jeden Ort auf dieser Welt zu deinem Zuhause machen, aber manche Orte fühlen sich noch ein bisschen mehr wie dein Zuhause an als andere.

Sho: Du kannst es und du solltest es! Weil du als Mensch auf dieser Erde wanderst und nirgends leben solltest ohne dich zuhause zu fühlen.

Sandra: Kannst du uns ein bisschen mehr über TRE, über die Studien von David Berceli und deine eigenen Erfahrungen mit dieser Technik erzählen?


Sho: TRE ist etwas, das ich in einem kleinen Workshop vor Ort – in Dartmoor wo ich ursprünglich lebe – kennengelernt habe. Alle schönen Dinge passieren dort, wo ich wohne. Ähnlich wie auf Koh Phangan – gibt es dort so viele schöne Dinge – und ich bin darauf gestoßen und habe es ausprobiert. Ich fand es war wirklich toll um Stress und Anspannung loszuwerden. Ich liebe Übungen, die eine gute Arbeit leisten, was diese wirklich tat. Es begann sich durch Bereiche meines Körpers zu bewegen, wo ich Verletzungen in der Vergangenheit erlitten hatte, wie durch meinen unteren Rücken. Nachdem ich mit dem TRE begann, spürte ich recht schnell Veränderungen, wie z.B. mehr Elastizität. Ich bin Mutter, leite verschiedenen Gesundheitsfirmen und habe viele Aufgaben zu erfüllen, das lässt schnell Stress entstehen. Es würde schon reichen zu sagen: Ich bin Mutter. (lacht) Unsere Kinder haben viele Bedürfnisse, wenn wir uns diese tatsächlich ansehen, wenn wir wirklich für unsere Kinder da sind, gibt es eine Menge zu tun. Wenn wir keinen tollen Job machen, ist es einfach Mutter zu sein (lacht). Einfach für uns, nicht einfach für die Kinder. Wenn wir ihnen wirklich Aufmerksamkeit schenken, meine ich, was wiederum individuell ist – jeder Mensch braucht etwas anderes. Als ich mit TRE begann, bemerkte ich, dass meine Fähigkeit für andere da zu sein, so viel größer wurde. Ich war ruhiger, entspannter und viel mehr im Hier und Jetzt mit meiner Aufmerksamkeit. Weil ich die Anspannung von gestern nicht mehr ins Morgen getragen habe, ist das nicht ein unglaubliches Werkzeug? Es ist so, als ob die Energie, die dir gegeben wurde, dir jeden Tag zur Verfügung steht und du nicht erschöpft bist. Ich liebe diesen Aspekt. Das hat mich wirklich begeistert.

Je mehr ich über David-Bercelis-Methode lernte, desto mehr dachte ich: „Das ist sehr einfach und sehr effektiv.“

- Sho Moskowitz -

Es ist in gewisser Weise ein neues System, denn besteht erst seit 9 Jahren und ich denke, wir werden eine Menge Innovationen in diesem Bereich sehen, insbesondere von Frauen. Denn der Bereich, den wir beim Zittern involvieren, beginnt an den Füßen in den Beinen und in den Hüften und im Becken, was natürlich der Samen des Mutterleibs und der Menstruation ist. Schaffen wir hier Entspannung, ist das ein außergewöhnliches Geschenk für die Gesundheit von Frauen und deren Kinder. Ich freue mich wirklich darauf, den weiblichen Beitrag auf dem Gebiet in den nächsten Jahren zu sehen. Mehr und mehr Frauen verstehen die körperlichen Auswirkungen von Stress und Trauma auf den Bereich des Beckens. Frauen haben dort aus verschiedenen Gründen Probleme, vielleicht ist es ein vererbtes Trauma oder ein eigenes Trauma, aber meistens ist es die Unterdrückung von Frauen und ihrer Geburt aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihrer Sexualität.

Sandra: Ebenfalls die Unterdrückung der weiblichen Energie auf dieser Erde, die nun schon seit Jahrtausenden praktiziert wird. Kannst du uns ein bisschen mehr über den Psoas-Muskel erzählen bitte?


Sho: Wundervolle Frage! TRE besteht aus sieben verschiedene Übungen, so dass wir verschiedene Muskelgruppen im Körper dehnen und ermüden, damit der Körper bereit ist, sein eigenes Zittern freizugeben. Das bedeutet, dass wir es nicht selbstständig tun, es passiert einfach, der Körper tut es und einer der Hauptmuskeln, mit denen wir arbeiten, der schwer zu erreichen ist, heißt PSOAS. Der Muskel entspringt rechts und links im unteren Bereich der Wirbelsäule und verläuft durch den Unterbauch sowie das Becken und endet am oberen Ende des Oberschenkelknochens. Der PSOAS ist eigentlich eine Muskelgruppe.

Das ist also ein sehr tiefliegender Muskel, der bei der Massage oder mit Bewegung ziemlich schwer zu erreichen ist. Er ist essentiell wichig, denn er verbindet den Ober- mit dem Unterkörper, die Wirbelsäule mit den Beinen. Er ist auch an Kampf- und Fluchtreaktion beteiligt. Es ist dieser Muskel, mit dem wir uns zu einem Ball zusammenrollen können wenn wir Angst haben. Schauen wir uns Kinder an – sie folgen ihrer animalistischen Wahrheit – wenn sie Angst haben, rollen sie sich zu einem Ball zusammen, Erwachsene tun das nur wenn sie wirklich große Angst haben. Der PSOAS-Muskel wird uns bewegen und sobald wir vor einem Löwen davonlaufen müssen. Weil wir zivilisiert sind, vermeiden wir es, auf natürliche Weise zu reagieren, wir unterdrücken unsere natürlichen Instinkte, und wenn uns jemand Angst macht, laufen wir nicht davon und wir rollen uns nicht zu einem Ball zusammen. Dennoch erleben wir die Emotion dahinter, wir erleben die biochemische Reaktion davon, aber wir werden uns nicht auf ein physisches Verhalten einlassen, weil wir glauben, dass das falsch wäre, das wäre eine Art von Schwäche zeigen. David Berceli und TRE  erinnern uns daran, dass uns der Besuch eines TRE-Kurses dabei helfen kann, die Heilung, die uns die Natur bietet anzunehmen. Zittern ist nicht das Problem, es ist die Heilung. Tatsächlich ist es das, was den Prozess abschließt und in uns das Leben frei lässt, ohne Geschwüre und ohne psychologische Probleme zu entwickeln.

Sandra: Als wir vor unserem Interview sprachen, sagtest du mir, David Berceli hat die Kinder zuerst studiert. Was konnte er dadurch feststellen?


Sho: Ja, das ist eine großartige Geschichte von David Berceli. Er befand sich in Gebieten in denen Krieg herrschte, er ging mit Leuten in die Bombenschutzkeller, nachdem Bomben gelandet waren, und er bemerkte, dass die Kinder zitterten. Sie setzten sich auf den Schoß ihrer Eltern und fingen an zu zittern. Er sah sich um und sah, dass alle Kinder zitterten, aber die Erwachsenen nicht und er selbst auch nicht. Er fragte sich selbst: Warum zittern die Erwachsenen nicht?

Er fragte jeden Erwachsenen: Warum zitterst du nicht? Und die Erwachsenen antworteten: Ich möchte stark sein für die Kinder.

- Sho Moskowitz -

Die Erwachsenen antworteten: Ich werde das Kind halten während es zittert, aber ich will stark sein für das Kind und selbst nicht zittern. Was er verstanden hat, ist dass wir Zittern als eine Art Ausdruck von Angst beurteilen. Dasselbe wie bei Tränen, von denen wir glauben, dass wenn jemand weint, dies bedeutet, dass er traurig ist. Irrtümlicherweise wollen wir ihn vom Weinen abhalten, um die Trauer zu stoppen. Wenn wir also nicht zittern, stoppen wir nicht die Angst. Eigentlich unterdrücken wir sie dadurch nur, sodass wir tatsächlich die Angst und die Trauer in uns bewahren. Es geht also darum, dass wir lernen, ein bisschen weniger zivilisiert, ein bisschen natürlicher und viel gesünder zu sein.

Sandra: Ja, wir dürfen lernen unsere Gefühle auf natürliche und authentische Weise zeigen.

Sho: In einer guten und gesunden Art und Weise.

Sandra: Das bringt mich zur nächsten Frage. Als ich vor zwei Tagen in deinem Workshop war musste ich sehr viel Gähnen! (lacht) Aber du sagtest mir es ist kein Zeichen für Langeweile und auch ich wusste ich war nicht gelangweilt oder müde. Es war einfach nur mein Körper, der sich von Energie befreien wollte. Du sagtest der Gruppe, es gibt fünf Wege wie unser Körper sich auf natürliche Art und Weise von Energie befreien kann. Welche fünf Wege sind das?


Sho: Was für eine großartige Frage. Das ist eine Information, über die nicht viele Menschen Bescheid wissen. Deine Zuhörer haben in diesem Moment also großes Glück. Es ist so ein Juwel, zu verstehen und zu erkennen, dass wir unterschiedliche Energien – nicht die Gleiche – über unterschiedliche Mechanismen in unserem Körper abgeben, und sie sind sehr hilfreich für uns, um unsere Energie auf eine natürliche animalische Weise wieder ins Gleichgewicht zu bringen, der zivilisierte Weg wissen wir ja bereits funktioniert nicht. Einer der Techniken Energie umzuwandeln ist Zittern, durch Zittern können wir die Energien des Traumas und der Angst freisetzen. Gähnen löst alle Arten von Unbehagen im Körper auf und es kann auf jeder Ebene auftreten, alles was sich im Körper nicht wirklich schön anfühlt darf herausgegähnt werden, damit Platz für Entspannung ist.

Wenn ich Yoga mache, gähne ich sehr viel. Ich habe das Gefühl, dass ich das Ergebnis des Tragens von Verantwortung herausgähne. Du kennst bestimmt diese Art von schwerer Verantwortung, ich gähne sie einfach heraus. Ich fühle mich danach so leicht, und denke: Ja, ich habe es verstanden!

Es gibt auch Lachen, was oft ein Mittel ist, um die Verlegenheit loszuwerden. Deshalb werden wir ermutigt, dies zu tun, natürlich auch um die Energie der Erregung und der Freude auszudrücken. Was gibt es noch? Schwitzen und Weinen, natürlich ist Weinen der Weg, um Traurigkeit und Trauer loszulassen. Wir zittern, gähnen, weinen, schwitzen und lachen. Wenn ich über diese Dinge spreche, spreche ich über die primären Erfahrungen, nicht über die sekundären. Soll ich erklären, was das bedeutet?

Sandra: Ja, bitte erkläre uns das!

Sho: Ein primäres Gefühl oder ein primäres Zittern, Gähnen, Weinen geschieht von selbst. Es geschieht einfach auf natürliche Weise. Es ist die wahre Sache. Wir lassen es nicht geschehen. Wir fühlen keine Traurigkeit und distanzieren uns davon, sondern lassen sie zu. Manchmal können wir uns aus der Ferne traurig fühlen oder wir können in Mitleid für uns selbst weinen. Beispielsweise spüren wir ein gewisses Bedürfnis nach Unterstützung und ohne diese Hilfe von außen fühlen wir uns alleine und traurig. Es ist nicht die reale Sache, über die ich weine, ich werde traurig weil ich gewisse Umstände bewertet habe, das wird die sekundäre Emotion genannt. Wo ich ein Gefühl für etwas habe, das nicht der primäre Aspekt ist, ist es nicht die reale Sache, die passiert ist, es geht eher darum, wie ich mich dabei fühle. Das sind die Dinge, die wir normalerweise in der Therapie auspacken müssen. Wenn wir der Handlung folgen, beginnen wir auszupacken und kehren zum Kern zurück. Aber rate mal, du hast bereits einen Körper und dieser ist bereits primär (lacht) und hier kommen wir sehr schnell zur Sache der Heilung, wenn wir mit dem Körper arbeiten. Dein Körper ist im gegenwärtigen Moment, dein Körper ist vollständig lebendig und wenn du es zulässt, wird dein Körper dorthin gelangen und du musst nicht einmal so viel physisches, emotionales, mentales und spirituelles Leiden durchleben, wenn du es einfach zulässt deinem Körper zu vertrauen. Schaffe Sicherheit für deinen Körper, Geist und deine Seele, um gemeinsam am Leben teilzunehmen. Dann kannst du dir auch erlauben, primäre Emotionen zu haben. Du kannst dir primäres Gähnen, primäres Zittern, primäres Weinen und primäres Lachen erlauben, lass deinen Körper einfach seinen Job machen, lass ihn deine Energie wieder ins Gleichgewicht bringen! Für manche Menschen ist es beängstigend, eine primäre Erfahrung zu haben. Weil sie sich verbunden fühlen und sich fragen, ob es sicher ist, verbunden zu sein. Für mich ist dies wirklich ein kulturelles Problem, mit dem wir uns heute konfrontiert sehen, weil wir so daran gewöhnt sind, vom Leben getrennt zu sein, dass wir uns fragen, ob es sicher ist, wenn wir uns tatsächlich damit verbunden fühlen? Eigentlich sollte das Warnschild auf dem getrennten Verhalten liegen. „Das wird dich krank machen.“ „Das wird dich verrückt machen.“ Dadurch fühlst du dich in deinem ganzen Leben sehr leidvoll und die natürliche Art zu Sein ist sicher, viel sicherer. Wir müssen nur wieder zu unseren natürlichen Fähigkeiten zurückfinden.

Sandra: Danke, dass du das sagst. Viele Menschen fühlen sich von anderen Menschen getrennt, sie fühlen sich von ihrem eigenen Körper getrennt und wir vom Brain Food Podcast möchten sie ermutigen, wieder zu lernen, wie man sich verbindet, denn dies ist die eigentlich natürliche Lebensweise. Was ich dich auch fragen möchte ist, ich habe es in unserem Workshop zusammen erlebt, du sagtest zu den Teilnehmern: „Gehe nicht über deine Grenze hinaus, bleibe unter deiner persönlichen Grenze.“ Warum ist das wichtig?


Sho: Das ist eines der Dinge, auf die ich mich beziehe, wenn ich sage, dass die Verbindung zum Körper sicher und gesund ist. Wir müssen lernen, wie wir vor unserer inneren Grenze stehen bleiben und sie nicht ständig überschreiten. Da wir nicht viel Erfahrung haben und auch unsere Vorfahren nicht viel Erfahrung mit Verbundenheit haben, kommen wir aus vielen Generationen von Menschen, die sich nicht mit dem Leben auseinandersetzen, sondern hauptsächlich mit Ideen und mit dem Verstand. Wenn ich es mir denken kann, wenn es legal ist, lass es uns tun! Statt ist es gesund? Ist das eine gute Idee? Wenn wir also anfangen, mit unserem Körper zu arbeiten, anstatt uns mit Legalitäten zu befassen, beginnen wir mit dem Thema: „Was ist eine gute, gesunde Idee als menschliches Lebewesen?“ Und dort erkennen wir, auch wenn Ich mehr tun könnte, es wird wohl keine gute Idee sein. Was wir also erkennen, ist, dass weniger in diesem Bereich definitiv mehr ist. TRE ist wirklich nicht wie ins Fitnessstudio zu gehen, wo wir möglichst viel machen um unsere Muskeln aufzupumpen, und ich sage nicht, dass das falsch ist, ich gehe tatsächlich ins Fitnessstudio, ich liebe es, es ist eine andere Sache – auch dort gehe ich langsam und stetig voran – aber es ist dennoch ein Ort an dem ich mehr als 60% geben würde, auf die ich immer in TRE verweise. In TRE arbeiten wir mit unserem Nervensystem und als solches müssen wir lernen, welche Art von Tier das Nervensystem ist, welche Art von Wesen das Nervensystem ist, was es als nahrhaft empfindet. Womit fühlt es sich sicher an? An welchem Punkt packt es sein exzessives Trauma aus und bringt es wieder ins Gleichgewicht? Wie machen wir das? Wenn wir also mit dem Nervensystem arbeiten, stellen wir fest, dass wir sehr langsam und nicht ehrgeizig sein sollten, sondern langsam und stetig, anstatt in diesen 7 Übungen – die das Zittern auslösen sollen – hundert Prozent zu geben, geben wir nur 60%. Nicht immer 100% zu geben, ist an und für sich schon eine enorme Lernkurve für viele Menschen, denn die meisten Menschen im Westen sind mit dem Virus des Ehrgeizes infiziert, und ich habe ihn auch, wir alle haben ihn und es ist gut.

Sandra: Ich habe ihn auch!

Sho: Es ist gut, der Ehrgeiz dient uns auf viele verschiedene von Arten, aber in bestimmten Bereichen müssen wir ihn nicht haben. Eher sollten wir uns in Freundlichkeit, Mitgefühl, Ruhe üben, weil wir sonst ausbrennen und uns selbst Schaden zufügen. Ein TRE Workshop ist also einer der Orte, an denen jeder lernen kann, wie man langsam durchs leben geht, um mehr zu erreichen, wie man herausfindet, wie sich die Grenze des eigenen Nervensystems anfühlt, ohne darüber nachzudenken. Normalerweise bemerken wir unser Nervensystem erst, wenn wir überwältigt sind, wenn wir bereits getrennt sind oder wegschweben oder wenn wir eine große Erfahrung haben, dann fühlen wir es. Mit TRE verlangsamen wir alles und wir beginnen zu bemerken: Wie fühlt es sich an, auf sichere Weise im Inneren dieses Körpers zu sein, wie fühlt es sich an, einen Schritt in Richtung meiner Grenze zu gehen und uh, vielleicht war das auch ein Schritt zu weit. Wir können also innehalten und überlegen: „Ich mache nur eine Pause, ich muss nicht weitermachen, ich kann aufhören.“ Dies ist die Hauptübung. Wir haben also die Entladung durch das Zittern und wir haben das Anhalten, das Anhalten und das Ausruhen, die wir Selbstregulierung nennen und wir haben eine Menge Werkzeuge um beide herum.

Sandra: Wow, TRE bewirkt wirklich Wunder für Menschen und das auf eine sichere Art und Weise. Ich glaube wir haben über alle Fragen gesprochen die ich vorbereitet habe aber es gibt noch eine Sache die ich die Hörer gerne wissen lassen würde. Du machst nicht nur TRE richtig? Was machst du sonst noch im Leben?

Sho: Ich mache viele verschiedene Dinge, die meisten davon biete ich als Teil meines Karuna Detox Programms an, also wenn irgendjemand interessiert daran ist, freue ich mich über einen Besuch auf meiner Webseite: www.karunadetox.com

Karuna bedeutet Mitgefühl und Freundlichkeit, es ist ein Sanskrit-Wort. Ich lebte vier Jahre in Indien, Mysore, bevor ich in den Westen kam und mein Retreat Zentrum im Jahr 2000 eröffnete. Damals war es das einzige Detox-Refugium in Europa und das andere, rate mal, wo es war? Es war hier in Koh Phangan! (lacht) Ist das nicht lustig? In meinem Retreat Center biete ich viele verschiedene Dinge an, z.B. wie man den Körper durch Saftfasten heilt und wie man als ganzer Mensch zu sich nach Hause kommt, durch Meditation. Ich denke, wir müssen lernen, einfach dort anzufangen, wo wir sind und weiterzugehen. Heute dreht sich in meinen Meditationslehren alles darum, unsere Aufmerksamkeit und unsere Verbindung nach unten zu lenken und zu bewegen. In früheren Meditationen ging es also darum, aufzusteigen und in den Geist aufzusteigen, darum das Leiden auf der Oberfläche der Erde hinter mir zu lassen und darüber hinaus zu wachsen in mein höheres Selbst. Das ist irgendwie ein Weg, von der ganzen Unordnung auf dem Planeten Erde Abschied zu nehmen. Heute verbinde ich mich in der Meditation mit der Erde, mit meinem Körper. Ja, es ist ein unordentliches Gefühl, wir wachen auf der Erde auf und es ist ein bisschen chaotisch, weil wir weg waren und seit tausenden von Jahren nicht mehr verbunden sind. Zurück zu kommen, verletzlich und stark genug zu werden, um uns im hier und jetzt miteinander zu verbinden, ist der Beginn eines – man könnte sagen – Aktivismus, der das Leben für uns und andere besser macht und so funktioniert es, erst ändere ich mich und danach die ganze Welt. Ich unterrichte auch Yoga, dabei geht es für mich auch sehr darum, den Körper zu lieben und in Bewegung freundlich zu unserem Körper zu sein. Wenn wir also diese Ego-Ideen loslassen, gut aussehen zu müssen oder einen Yoga-Hintern zu haben oder so flexibel zu sein wie die Person neben uns, die möglicherweise einen ganz anderen Körpertyp hat, die möglicherweise eine ganz andere Vorgeschichte hat, die möglicherweise Gelenke hat, das öffnet uns auf eine ganz andere Art und Weise. Es ist ein lächerlicher Vergleich, also müssen wir diese Dinge loslassen und im Grunde zur Güte zurückkehren. Eine der anderen Sachen, die ich auf diesem Retreat mache und die ich sehr gerne teile, ist die Konstellationsarbeit, und das kommt von überall auf der Welt. Es kommt aus Österreich und Deutschland, Bert Hellinger ist der Urheber der Familienaufstellung, aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Sandra: Wow, Sho, vielen Dank für die Einblicke in TRE und in deine anderen Fachgebiete. Ich möchte jetzt definitiv mitmachen! (lacht) Ich sitze gerade neben ihr und sie ist ein wirklich mitfühlendes, wundervolles weibliches Wesen! Du solltest sie auf jeden Fall online besuchen oder auch im echten Leben! Vielen Dank für die Teilnahme an diesem Podcast Sho!

Sho: Ich danke dir sehr! Ich wünsche dir und deinen Zuhörern ein wunderschönes Leben. Wir müssen nur dort anfangen, wo wir sind. Der Schlüssel ist, uns zu entspannen, wo wir sind und die gesamte Nahrung zu bekommen, die wir brauchen, um einen Schritt vorwärts zu kommen auf unserem Weg, um ein schönes Leben zu schaffen. Wenn ich es kann, kann es ernsthaft jeder!

Sandra: Wow, wir können alle ein glückliches Leben führen indem wir uns miteinander verbinden und wir können alle jetzt starten! Das sind wunderschöne Worte zum Ende und damit möchte ich mich auch verabschieden von dir, danke fürs Zuhören, danke dass wir dir etwas näher bringen durften, was uns selber sehr beschäftigt und hoffen, dass es auch dir weiterhilft! Wir freuen uns, wenn du wieder einschaltest zum Brain Food Podcast und uns eine Bewertung hinterlässt! Bis zum nächsten Mal, bitte bleib gesund!

Die hier aufgeführten Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Bitte wende dich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.

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